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Alles wieder hübsch in der Bäckerei an der Hans-Stießberger-Straße in Haar.

Bäckerei an der Hans-Stießberger-Straße 

Hier gibt's wieder frische Semmeln

Haar - Vor zehn Tagen noch stand ein Auto in der Bäckerei von Danny Els. Ein Rentner war aus Versehen mitten ins Geschäft gerast. Der Schaden: 20 000 Euro. Inhaber Els hatte Angst um seine Existenz. Jetzt geht es aufwärts.

Diesen Sonntagmorgen werden Bäckerei-Inhaber Danny Els und der Betreiber des Geschäfts, Dima Fastovets, vermutlich nie mehr vergessen. Es ist kurz vor halb elf, als der Rentner (66) mit seinem SUV, einem Toyota RAV 4, frontal durch die zweiflüglige Glastür bricht. Er wollte vor dem Laden parken und auf seine Frau warten, die gerade Semmeln holte. Später gibt der Münchner an, er habe Gas- und Bremspedal verwechselt. Eine Unachtsamkeit, die dazu führt, dass drei Menschen verletzt werden. Und dass Danny Els fürchtet, vor den Trümmern seiner Existenz zu stehen. 

Eingangstüre, Verkaufstheke, Kaffeemaschine, Waren und einiges an Inventar sind zerstört.

Eine Spur der Verwüstung hat der rote SUV im Verkaufsraum der Bäckerei hinterlassen.

 Doch jetzt ist vieles anders: Die Bäckerei ist wieder geöffnet, die Kundschaft hält Els die Treue. Quer über der behelfsmäßigen Eingangstüre klebt das Hinweisschild „Geöffnet“. Dort, wo vor knapp zwei Wochen 20 Feuerwehrleute zwischen auf dem Boden liegenden Servier-Tabletts, Zeitungen, Stühlen und Süßigkeiten herumstapften. Dort, wo alles von einer dicken Schicht gesplitterten Glases überdeckt war. „Als ich dieses Chaos gesehen habe war mein erster Gedanke: Das ist das Aus. Ich bin am Ende“, sagt Els heute.

 Er hatte Glück: Ein Gutachter hat nur wenige Tage nach dem Unfall den Schaden aufgenommen, der Anwalt ist mittlerweile ebenfalls eingeschaltet. Die zerstörte Verkaufstheke ist ersetzt durch eine provisorische Auslage, die Kasse steht auf einem Tischchen daneben. „Bis alles komplett ersetzt ist, dauert es, die richtige Theke kommt in rund drei Wochen, die Eingangstüre soll in spätestens sechs Wochen eingebaut sein. Besser als nichts, das Wichtigste ist, dass die Bäckerei geöffnet ist“, seufzt Els. Seine Befürchtungen, dass vielleicht Wochen verstreichen ehe Gutachter und Ladenbauer tätig werden und er wieder Brot und Semmeln verkaufen kann, haben sich nicht nicht bestätigt. Die Kaffeemaschine ist auch schon repariert, Geschirr und Gläser hat er erst einmal aus eigener Tasche finanziert, den ramponierten Getränkeautomaten selbst repariert.

 Els ist optimistisch, die ersten Kunden stehen wie gewohnt morgens um sechs Uhr vor der Tür. „Ich bin froh, dass niemand zur Konkurrenz abgewandert ist, dafür kann ich nur Danke sagen.“ Sein Anwalt hat ihm versprochen, dass die Versicherungen im Austausch miteinander stehen. Geld allerdings hat er noch nicht bekommen. Doch Els ist guten Mutes: „Ich bin zuversichtlich, dass sich das auch noch zum Guten regelt.“

sab

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