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Das neue Führungs-Trio des kbo-Klinikums in Haar: (v.l.) Professor Peter Briege r (Ärztlicher Direktor), Hermann Schmid (Pflegedirektor) und Jörg Hemmersbach (Geschäftsführer).

Neue Chefs im kbo-Isar-Amper-Klinikum Haar

Psychische Krankheit ist keine Schande

Haar – Die größte deutsche Psychiatrie erhält mit Professor Peter Brieger als Ärztlichen Direktor sowie Hermann Schmid als Pflegedirektor zwei neue Führungskräfte.

„Nun haben wir wieder ein schlagkräftiges Trio an der Spitze. Dass wir zwei derartige Hochkaräter verpflichten konnten, darauf sind wir sehr stolz. Es war ein recht glücklicher Zufall für alle Beteiligten“, sagt Jörg Hemmersbach, Geschäftsführer des Klinikums mit sieben Standorten in Oberbayern, 2900 Betten sowie mit mehr als 3500 Mitarbeitern.

Peter Brieger folgt auf Margot Albus

Peter Brieger (52) übernimmt als Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie die Nachfolge von Professor Margot Albus, die im August 2016 in den Ruhestand wechselte. „Nach meinem Studium in Erlangen und London habe ich eine lange Latte an Einrichtungen kennen gelernt“, berichtet Brieger im Gespräch. Dazu zählten Stationen in Fulda, Frankfurt, Halle-Wittenberg und zuletzt im Klinikum Kempten. „Ich habe in den beiden Wochen seit meinem Amtsantritt bereits mit ganz vielen Mitarbeitern gesprochen und bin wirklich begeistert, welche Dynamik in diesem Klinikum steckt. Das hat gar nichts mehr mit der alten Anstalt von früher und mit der negativen Wahrnehmung in der Öffentlichkeit zu tun. Hier ist ein ungeheurer Aufbruch im Gange und ich bin stolz, künftig ein Teil davon zu sein.“

Peter Brieger ist als Arzt verantwortlich für zehn Kliniken und zehn Chefärzte, medizinisch für 19 000 Patienten im Jahr, die stationär versorgt werden sowie für rund 28 000 ambulante Patienten. „Mein medizinischer Schwerpunkt sind einerseits bipolare Störungen, seit über 20 Jahren beschäftige ich mich intensiv mit manisch depressiven Menschen. Zum anderen ist für mich die Versorgungsforschung ein ganz wichtiger Aspekt: Wie bekommt der Patient den für ihn richtigen Arzt und Behandlung – hier müssen die Schnittstellen zwischen den Ärzten noch viel besser ineinander greifen.“ Als Vorstand der Ärztlichen Direktoren der Bayerischen Kliniken für Psychiatrie kenne er die kbo und den Standort Haar sehr gut.

Hermann Schmid ist neuer Pflegedirektor

Hermann Schmid (60) war bislang Pflegedirektor des kbo-Isar-Amper-Klinikums in Taufkirchen (Vils) und übernahm nun die gleiche Position der gesamten kbo-Gruppe mit ihren sieben Standorten. Er ist Nachfolger von Josef Kolbeck, der aus gesundheitlichen Gründen in den Ruhestand wechselte. „Ich habe einen ganz klassische Pfleger-Ausbildungsweg absolviert: Altenpfleger in Österreich, Krankenpfleger in Weißenau bei Ravensburg, Fach- und Stationskrankenpfleger. Dann habe ich Weiterbildungen für die Leitung eines Pflegedienstes im Krankenhaus gemacht und in Landshut Betriebswirtschaft studiert“, berichtet Schmid.

Psychiatrie und Psychotherapie sind in der Öffentlichkeit akzeptiert

Seit 1994 war er Pflegedirektor in Taufkirchen und für 277 Vollzeitkräfte verantwortlich, nun leitet er 1250 Mitarbeiter in neun Pflegediensten an. Seit 2007 ist er Sprecher der Pflegedirektoren bei der kbo. „Für mich ist das fantastisch in diesem Klinikum arbeiten zu dürfen, mit so einem Fachmann wie Hermann Schmid werden wir den erfolgreich eingeschlagenen Weg weiter beschreiten. Die Psychiatrie löst sich endlich aus dem Stigma, dass man nicht psychisch krank sein darf“, sagt Professor Brieger. In den 70er-Jahren habe es jährlich noch über 20 000 Suizide in Deutschland gegeben. „Heute sind wir bei 10 000 – das sind immer noch zu viele, doch die Halbierung der Zahlen ist das Ergebnis der in der Öffentlichkeit akzeptierten Psychiatrie und Psychotherapie. Aber noch gibt es zu viel unbehandelte psychisch Kranke“, schloss Brieger.

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