Elektrisches Büchermobil: Mit ihrem Käfer, Baujahr 1968, liefert Manuela Harm Bücher nach Hause. Ihre Kunden empfängt sie in Haar künftig in der Leibstraße 18, das Haus befindet sich derzeit noch im Rohbau.
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Elektrisches Büchermobil: Mit ihrem Käfer, Baujahr 1968, liefert Manuela Harm Bücher nach Hause. Ihre Kunden empfängt sie in Haar künftig in der Leibstraße 18, das Haus befindet sich derzeit noch im Rohbau.

Neuer Treffpunkt zum Schmökern

  • Sabina Brosch
    vonSabina Brosch
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Haar bekommt wieder einen Buchladen: Im Frühjahr 2022 könnte Manuela Harm ihr Geschäft eröffnen. Vielleicht geht‘s auch schneller.

Haar – Derzeit ist die Leibstraße 18 eine Baustelle, im Frühjahr 2022 wird dort jedoch der neue Haarer Buchladen einziehen. Läuft alles reibungslos, könnte es mit dem Einzug sogar noch im November klappen. Für Manuela Harm erfüllt sich damit zum zweiten Mal der Traum des eigenen Ladens.

Seit zehn Jahren führt sie bereits einen in Vaterstetten, in das viele Haarer Lesehungrige kamen, nachdem das „Lesezeichen“ vor Ort schließen musste. „Ich kenne also schon ein paar meiner zukünftigen Kunden“, sagt Harm. Und gerade diese Haarer haben einen entscheidenden Teil dazu beigetragen, dass sie „Ja“ sagte. „Es ist doch wichtig für einen Ort, dass er einen Buchladen hat“, ist Harm überzeugt. Überlegungen, gemeinsam mit den Inhabern des „Lesezeichens“ etwas zu starten, haben sich zerschlagen. Als die Option Leibstraße 18 ins Spiel kam, musste Harm zwar gut, aber dennoch nur kurz überlegen. Die Lage war ein wichtiges Kriterium und habe letztlich auch den Ausschlag gegeben. Denn Reichtümer erlange man als Buchhändler keine, „aber ich mache das, weil es mir wichtig ist und ich Lust auf etwas Neues habe“.

„Schließung kurz vor Weihnachten war ein herber Schlag“

Klein und schnucklig wird der Buchladen, 58 Quadratmeter groß, aber dennoch müsse sie eine breite Themen-Palette anbieten. „Einen kleinen Buchladen zu führen, ist fast schwieriger als einen großen“, sagt Harm. Ein bisschen „non-Books“-Artikel, also Medien abseits von Büchern, gebe es auch, aber Harm wird nicht in Konkurrenz zu ihren Nachbarn gehen, wie dem Schreibwarenladen, verspricht sie. Im Gegenteil: Sie hofft auf gute Zusammenarbeit und hat bereits erste Ideen, wie sich die Einzelhändler der Leibstraße den Kunden präsentieren können, etwa durch gemeinsame Aktionen oder Veranstaltungen. „Ich bin ein sehr optimistischer Mensch“, sagt Harms über sich. Dank dieser Einstellung trotzt sie mit ihrem Vaterstettener Laden der Amazon-Konkurrenz und dem Lockdown. „Obwohl die Schließung kurz vor Weihnachten natürlich schon ein herber Schlag war.“

Harm setzt auf Vielfalt. In ihrem stationären Buchladen bietet sie persönlichen Service und Beratung für Kunden, die mit dem Wunsch: „Wir brauchen etwas Schönes zum Lesen“ oder „Ich brauche ein Geschenk“ zu ihr kommen. Parallel dazu hat sie einen umfangreichen Onlineshop, der den großen Versandhändlern in nichts nachsteht: Newsletter, Konto- und Bestellübersicht, Merklisten, diverse Zahlungsmöglichkeiten, aber eben auch die persönliche Note wie Buchempfehlungen. Dieser Online-Shop sei ein absolutes Muss, sagt Harm, wer sich hier nicht rechtzeitig gut aufgestellt hat, für den sei es problematisch. „Der Kunde merkt im Prinzip keinen Unterschied zu Amazon. Aber ich bezahle hier meine Steuern, habe hier meine Angestellten und wir unterstützen auch die Vereine oder andere Organisationen.“ Einen Lieferdienst bietet Harm natürlich auch, im blauen VW Käfer aus dem Jahr 1962, der – vom Ehemann umgebaut – mit Strom fährt. „Er ist nicht super schnell, aber für den innerörtlichen Verkehr perfekt. Und ich stinke den Radler hinter mir nicht voll.“

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