So soll es aussehen: Das Modell stellen (v.r.) Bürgermeisterin Gabriele Müller (SPD), Architekt Gert Goergens und Projektleiterin Petra Wellenhofer vor
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So soll es aussehen: Das Modell stellen (v.r.) Bürgermeisterin Gabriele Müller (SPD), Architekt Gert Goergens und Projektleiterin Petra Wellenhofer vor.
Zerschneidet Haar: Die Münchner Straße (B 304). Die Südseite soll auf Grundlage eines Rahmenplans städtebaulich entwickelt werden. An der Grenze zur Stadt (l.) sieht diese Vision einen 41 Meter hoher Wohnturm vor, ebenso auf dem sensiblen Grundstück Münchner Straße 24, eine Kreuzung entfernt vom 60-Meter-Turm des Jagdfeldzentrums. An der Ecke Grasbrunner Straße (B 471) ist ein Wohn- und Geschäftshaus mit Supermarkt vorstellbar. Dort möchte der Eigentümer lieber heute als morgen bauen
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Zerschneidet Haar: Die Münchner Straße (B 304). Die Südseite soll auf Grundlage eines Rahmenplans städtebaulich entwickelt werden. An der Grenze zur Stadt (l.) sieht diese Vision einen 41 Meter hoher Wohnturm vor, ebenso auf dem sensiblen Grundstück Münchner Straße 24, eine Kreuzung entfernt vom 60-Meter-Turm des Jagdfeldzentrums. An der Ecke Grasbrunner Straße (B 471) ist ein Wohn- und Geschäftshaus mit Supermarkt vorstellbar. Dort möchte der Eigentümer lieber heute als morgen bauen.

An der B-3044

Noch eine Vision: Wohntürme im Herzen Haars

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Kommen doch noch Hochhäuser an die B-304 in Haar? Ein erstes Projekt war am Widerstand der Bürger gescheitert. 

Von Günter Hiel

Haar– Mit einem städtebaulichen Rahmenplan will die Gemeinde Haar das Entwicklungspotential an der Südseite der B 304 (Münchner Straße) heben und Struktur in den Wildwuchs bringen. Die 1,65 Kilometer lange Strecke im Herzen Haars, von der Hans-Pinsel-Straße bis zur Grasbrunner/Vockestraße (B 471) hat das Architekturbüro Goergens und Miklautz untersucht und dem Gemeinderat eine Planung vorgelegt. Wie Goergens im Gemeinderat erklärte, geht es um maximal rund 700 Wohnungen und damit rund 1600 Einwohner sowie 3000 Quadratmeter Zuwachs an Gewerbe- und Einzelhandelsfläche; beispielsweise in einem neuen Einkaufszentrum auf dem Gelände des bisherigen Baumarktes und einer Shopping-Mall im Jagdfeldzentrum. Das Ganze gestreckt über Jahrzehnte - und alles noch längst nicht rechtsverbindlich. Der Gemeinderat hat den Kernaussagen des Plans mit 13:10 zugestimmt. Gegen die CSU-Fraktion und Petra Tiedemann von den Grünen.

CSU lehnt Hochhäuser ab

Während Tiedemann vor dem Bürger-Informationsabend zum Rahmenplan am 11. Oktober keine Festlegung treffen wollte, stört sich die CSU massiv an Inhalten der Planung. In erster Linie an zwei 13-stöckigen Wohntürmen, je 41 Meter hoch. Der erste steht im Rahmenplan an der Ecke Münchner Straße/Hans-Pinsel-Straße, gegenüber dem Acom-Hotel. So entstünde eine Art Portal, das jedem, der aus München kommt, signalisiert: Ich bin in Haar. Der zweite Turm stünde an einer besonders sensiblen Stelle: Auf dem Quinz-Gelände an der Münchner Straße 24, Ecke Jagdfeldring, nur eine Kreuzung entfernt vom Jagdfeldzentrum mit seinem 60 Meter hohen, prägnanten Turm. Derzeit sind dort in einem ehemaligen Gewerbebau Arbeiter einquartiert. Vor vier Jahren war dort schon einmal ein Hochhaus geplant. Gegner setzten einen Bürgerentscheid durch, unterstützt von der CSU. Die Pläne scheiterten, doch es gab auch keine Mehrheit dafür, Neubauten in Haar grundsätzlich auf maximal 20 Meter Höhe zu beschränken. Hier gibt es bereits konkrete Bauwünsche des Grundstückseigentümer für einen Wohnturm.

Vision entwickeln

Damit die Gemeinde sich nicht von einzelnen Bauwünschen von Eigentümern und Investoren treiben lassen müsse, sei der Rahmenplan unerlässlich, argumentierte SPD-Fraktionschef Alexander Zill. Statt dessen willl die Gemeinde „eine Vision entwickeln“ für die Zukunft Haars, sagt Bürgermeisterin Gabriele Müller (SPD). Dazu gehört auch das zentrale Einkaufszentrum dort, wo jetzt der Hagebaumarkt steht. Wobei der Gemeinderat genau darauf achten müsse, dass das Jagdfeldzentrum, das mit dem neuen Einkaufskomplex verbunden werden soll, erhalten und gestärkt werde. Vor allem dürfe der Einzelhandel in der Leibstraße „nicht vor die Wand gefahren werden“, sagte Zill. Am 11. Oktober wird die Rahmenplanung den Bürgern vorgestellt. Die sollen diskutieren und Vorschläge einbringen.

Bürger-Infoabend

am Mittwoch, 11. Oktober, ab 18 Uhr im Bürgerhaus, Kirchenplatz.

Zitate aus der Sitzung

„Hochpunkte – interessante neue Wortschöpfung. Der Begriff Hochhäuser ist wohl seit dem Bürgerentscheid zu anstößig.“ Dietrich Keymer, CSU-Fraktionschef, zu Planer Gert F. Goergens

„Hochhäuser bringen etwas Leben, etwas Spannung ins Stadtbild.“ Ton van Lier (FWG)

„Ich teile diese Vision von Haar in keinster Weise.“ Thomas Reichel (CSU)

 „Wenn Flächen fehlen, dann muss man in die Höhe gehen.“ Horst Wiedemann (SPD)

„Wir hier im Gemeinderat haben die Verantwortung und die Pflicht, unseren Bürgern vorzuschlagen, wie’s funktionieren kann.“ Traudl Vater (SPD)

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