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So sieht es aus: Der vorläufige Plan für die Veranstaltungsorte im Rahmen des „Zamma“-Festivals.

Festival-Sommer in Haar

Ortsgeschichte auf der Wasserwand

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Über 60 Projekte nehmen am Zamma-Festival in Haar teil. Viele von ihnen werden organisiert und ausgerichtet von Haarern für ihre Heimatgemeinde. Hier eine kleine Auswahl. 

Haar – Monatelang haben die Haarer über ihren Projekten gebrütet, gefeilt, und dabei die ein oder andere Idee verworfen, doch jetzt steht sie: Die Liste der Projekte, die sich am oberbayerischen Kulturfestival „Zamma“ beteiligen, das vom 1. bis 8. Juli in Haar stattfindet. Über 60 Veranstalter – darunter fast ausschließlich Bürger, Vereine und Institutionen der Gemeinde – nehmen teil und bieten den „Zamma“-Besuchern an 30 Standorten in Haar Kultur, Musik und Unterhaltung. Eine Auswahl der Veranstaltungen.

Lasershow

In eine komplett andere Welt will Peter Juhas die Zuschauer mit einer Lasershow im Bürgerhaus eintauchen lassen. Alles, was er dazu braucht: Nebel, Wasser und drei Laserprojektoren. Aus diesen Komponenten zaubert Juhas eine Show, die die Entstehungsgeschichte der Gemeinde Haar in Licht und Wort erzählt. Weit mehr als 500 Stunden steckt er nach eigener Aussage in das Projekt. „Mir macht es einfach Spaß, als Haarer in Haar für die Haarer Bürger Unterhaltung zu gestalten“, sagt Juhas, der mit seinen Lasershows sonst auf Geburtstagen oder Faschingspartys auftritt. Das Skript für seine Lasershow steht, nun macht er sich daran, die Animationen am Computer umzusetzen. Ausprobiert wird alles im heimischen Keller. Wenn Juhas seine Show im Bürgerhaus aufführt, projiziert er die bunten Lichtstrahlen dann allerdings nicht auf eine öde Leinwand. Extra für das Festival wird im Bürgersaal eine Wasserwand montiert, auf dem den Besuchern die Geschichte Haars in Form einer bunten 3D-Illusion erzählt wird. Termin: Freitag, 7. Juli, im Bürgerhaus, vier bis fünf Vorstellungen. Uhrzeiten offen.

White Dinner

Nichts Buntes, sondern klassisches Weiß wird beim White Dinner vor dem Haarer Rathaus erwartet. Der Name ist Programm. Von den Tellern über die Tischdecken bis hin zur Kleidung: Alles bitte in Weiß. Das Mobiliar stellt die Gemeinde. „Die Leute müssen eigentlich nur weiß gewandet kommen und ihren Picknick-Korb mitbringen“, sagt Claudia Linner, die das Abendessen organisiert. In ihrem Garten hat sie das Ganze schon einmal mit Freunden ausprobiert. Linners Fazit: „Es sieht toll aus, hat einen ganz besonderen Charme und ist wirklich gesellig.“ Eine Abweichung vom Dresscode ist übrigens nur in einem Fall erlaubt: „Wenn es regnet, sind bunte Schirme erlaubt.“ Termin: Donnerstag, 6. Juli, ab 19 Uhr, vor dem Rathaus.

Jagdfeld-Turm

Gut sieben Meter ist die knallrote Rampe am Ufer des Jagdfeldsees lang. Das Problem: Die „rote Platte“, wie sie in Haar genannt wird, endet im Nichts, genauer gesagt im See. Das Technische Hilfswerk (THW) will das während des „Zamma“-Festivals ändern. Dafür baut das THW einen dreistöckigen Turm aus Baugerüsten in die Mitte des Sees und verbindet diesen über eine Brücke mit der „roten Platte“. Von der anderen Uferseite aus führen zwei hölzernen Stege zum Turm, auf dessen oberen beiden Etagen unter anderem Konzerte geplant sind. Die ganze Woche über sollen der Turm und die Brücken begehbar und für Rollstuhlfahrer befahrbar sein. Einen „Ort der Begegnung“ wolle man so schaffen, erklärt Julia Ascher, die Sprecherin des THW München Land. Der Inklusions-Gedanke ist wie hier am THW-Turm zentraler Bestandteil des Haarer „Zamma“-Festivals. Führungen in einfacher Sprache, taktile Geländepläne und Transportmöglichkeiten wie eine Rikscha, die Besucher, die sich mit dem Gehen schwerer tun, zu den Veranstaltungsorten fahren: Auch Behinderte oder in ihrer Mobilität eingeschränkte Besucher sollen beim „Zamma“ ungehindert mitfeiern können. Termin: Der THW-Turm ist die ganze Woche über zwischen 17 Uhr und 21 Uhr begehbar. Dazu sind verschiedene Aktionen auf und am Turm geplant.

Tracht trifft Pop

Das Kleine Theater wird zum Catwalk: Bei der Modenschau „Voll Tracht“ im Jungendstilpark treffen Dirndl und Lederhosen auf fetzige Volksmusik und Hip Hop. Auf dem Laufsteg präsentieren die Models Trachtenmode, während eine Live-Band für Party-Stimmung sorgt. Das Besondere: Die Models arbeiten eigentlich in der Bezirksverwaltung, im Berufsbildungswerk in München oder im kbo-Isar-Amper-Klinikum. „Die Freude an Musik und Kleidung eint die Menschen“, sagt Alexander Sandiger vom Trachten-Informationszentrum Oberbayern, der die Modenschau zusammen mit dem Beauftragten für Popularmusik Matthias Fischer organisiert hat. Er verspricht eine „bunte Modenschau für alle Menschen – jung, alt, mit und ohne Besonderheiten“. Termin: Sonntag, 2. Juli, um 15.30 Uhr und 17 Uhr im Kleinen Theater.

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