In der Psychiatrie

Patient wegen Angriffs auf Pfleger vor Gericht

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Haar – Ein gelernter Maschinenschlosser (51) aus München führte ein erfolgreiches Leben. Erst arbeitete er als Facharbeiter und führte noch dazu ein Sportgeschäft. Später war er als Detektiv erfolgreich. Bis 2007 plötzlich die erste manische Episode auftrat. Seither hat er mit so schweren psychischen Problemen zu kämpfen, dass er schon dreimal in die Psychiatrie musste.

Doch dort ging der Ärger zuletzt erst recht weiter. Er griff einen Pfleger an. So sehr, dass er nun wegen gefährlicher Körperverletzung vor dem Landgericht München I sitzt. Da er schuldunfähig ist, geht es allerdings nicht um eine Strafe, sondern um die Einweisung in eine geschlossene Anstalt.

Einweisung in geschlossene Anstalt droht

Laut Antragsschrift der Staatsanwaltschaft hat sich der Vorfall folgendermaßen zugetragen: Trotz seiner bipolar-affektiven Störung habe der Münchner seit dem Frühjahr 2015 seine Medikamente nicht mehr eingenommen. Spätestens seit Ende Juli habe er daher wieder an einer manischen Episode mit psychotischen Symptomen gelitten. Es kam zum Missbrauch von Notrufen, Betrug, Nötigung und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte. Als er schließlich am 12. August damit drohte, das Anwesen anzuzünden, in dem er eine Eigentumswohnung hat, brachte man ihn in das Isar-Amper-Klinikum München-Ost in Haar. Dort habe er einem Pfleger wuchtig mit der Faust gegen den Kehlkopf geschlagen und in den Bauch getreten. Der Pfleger erlitt eine Kehlkopfprellung, Schluckbeschwerden und Übelkeit. Laut Staatsanwaltschaft war der Schlag gegen den Hals lebensgefährlich.

Lebensgefährliche Attacke

Der 51-Jährige erinnert sich noch an folgende Szenen: Kurz nachdem er eingeliefert worden war, sei auch ein junger Schwarzer eingeliefert worden. Dieser habe „gellend um Hilfe gerufen“, weil er fixiert werden sollte. Er habe dem Mann helfen wollen: „Meiner Meinung nach hab’ ich den Pfleger nur am Hals gepackt und weggeschoben.“ Er könne sich nicht vorstellen, dass er mit der Faust zugeschlagen habe: „Ich hab’ Kraft. Wenn ich so dagegen geschlagen hätte, wäre der Pfleger umgefallen.“ Auch an einen Tritt kann er sich nicht erinnern. Aber seine Erinnerungen seien nebulös. Der Prozess dauert an.

Rubriklistenbild: © dpa

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