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Große Sprünge will MSD machen: Für den Wachstumskurs und moderne Arbeitsplätze sei das Gebäude in Haar ungeeignet. Darum zieht der Konzern nach München.   

Wegen Räumen

Pharma-Riese MSD verlässt Haar

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Für Haar ist es ein Schock: Der Pharma-Riese MSD verlässt die Gemeinde und zieht nach München. Das hat herbe Folgen.

Haar – Es ist ein schwerer Schlag für Haar: Seit 24 Jahren sitzt dort das große Pharmaunternehmen MSD Sharp & Dohme. Noch. Das Unternehmen verlässt mit seiner Europazentrale die Gemeinde und zieht nach München. Drei Jahre bleiben Haar noch, um einen Ersatz für den wichtigen Gewerbesteuerzahler zu finden. Bürgermeisterin Gabriele Müller (SPD) spricht von einem „Schock. Denn MSD ist ein sehr wichtiger Gewerbesteuerzahler“. Doch den Schreck müsse die Kommune so schnell wie möglich verdauen – und nach vorne blicken. „Wir müssen baldmöglichst tätig werden,“ betonte Müller. Auch, damit aus dem finanziellen Verlust nicht auch noch ein Imageschaden für den Gewerbestandort Haar entstehe.

Konkrete Summen, wie viele Steuern MSD der Gemeinde überweist, gibt es nicht. Die Bürgermeisterin verweist auf das Steuergeheimnis. Aber was bekannt ist: Der Umsatz von MSD in Deutschland beträgt an insgesamt sieben Standorten 1,7 Milliarden Euro.

„Kommen am Sparen nicht vorbei“

Erst vor kurzem hat sich Attocube, ein Unternehmen, das sich mit Nanotechnologie befasst, in Haar angesiedelt. Nun reißt der Wegzug von MSD wieder ein Loch. Nach den Sommerferien wollen die Gemeinderäte überlegen, wie und wo Haar sparen kann. Beim Wohnungsbau, dem Umbau des Maria-Stadler-Hauses und auch am Bau der Grundschule will Bürgermeisterin Müller nicht sparen. „Aber wir müssen genau hinschauen, denn am Sparen kommen wir nicht vorbei.“

Der Wegzug von MSD in „Die Macherei“ am Leuchtenbergring ist ein firmenstrategischer. Auf 8500 Quadratmetern über drei Geschosse verteilt sollen dort die 500 Mitarbeiter aus der Haarer MSD-Europazentrale ein optimales Arbeitsumfeld erhalten. Flexible Loft-Büros, Konferenzräume, Gastronomie, Einzelhandel und Fitness-Studio, „alles hervorragend angebunden an das öffentliche Verkehrsnetz und ideal für die jungen Mitarbeiter“, betont Unternehmenssprecherin Melanie Stahr. Der urbane Quartiercharakter habe die Führung bei MSD sofort überzeugt und letztlich zum Entschluss geführt, sich in der „Macherei“ langfristig einzumieten. Und das, obwohl an der Weihenstephaner Straße im Münchner Osten erst im Spätsommer mit den Hochbauarbeiten begonnen werden.

ÖPNV und moderner Arbeitsplatz entscheidend

Den Ausschlag für den Umzug in das neue Büro- und Geschäftsquartier habe auch die gute Erreichbarkeit mit dem öffentlichen Nahverkehr und per Fahrrad sowie das gute Image der Stadt München gegeben. „Wir hoffen, damit bei der Gewinnung von neuen Fachkräften punkten zu können. Diese brauchen wir dringend, um unseren Wachstumskurs kontinuierlich fortführen zu können“, betont Stahr.

Mit dem Umzug vollzieht MSD aber auch einen Wandel in Richtung „modernes Arbeiten“ an einem modernen Arbeitsplatz. „Es ist nicht mehr so, dass die Mitarbeiter morgens kommen und dann über acht Stunden an ihrem Schreibtisch sitzen. Es geht hin zum Arbeiten in Teams und in Units, auch mit der Möglichkeit, sich schnell und über kurze Wege mit anderen Abteilungen und Mitarbeitern austauschen zu können.“ Dafür brauche man Co-Working-Spaces und eben auch andere Raumanforderungen. Stahr bedauert: „Das hat sich in Haar in dem Gebäude leider nicht realisieren lassen.“

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