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Kurze Wege: Die Grundschule am Jagdfeldring und die St. Konrad-Grundschule Haar liegen nur 400 Meter Luftlinie auseinander. Die Grundschule am Jagdfeldring soll erweitert werden. Gegner wünschen sich eine dritte Grundschule, die näher an den kleinen Gemeinde -Ortseilen liegt.  

Am Jagdfeldring in Haar 

Protest gegen Grundschule mitten im Ort

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Zu groß und am falschen Platz: Gegen die Erweiterung der Grundschule am Jagdfeldring in Haar gibt es plötzlich massiven Widerstand von Bürgern. Eine Gruppe um Gabi Dotzel (64) verlangt von der Gemeinde, die Planung dort zu stoppen und nördlich der Bahnlinie eine Schule zu bauen.

Haar– Ein kinderfreundliches Lernhaus in der Ortsmitte stellt sich die Mehrheit des Haarer Gemeinderats für die Erweiterung der Grundschule am Jagdfeldring vor. Die bisherige Schule hat Platz für 400 Kinder, weitere 400 sollen daneben im Neubau unterkommen, der laut Kostenschätzung 24,3 Millionen Euro kosten wird. Nächstes Jahr soll Baubeginn sein, im Jahr 2020 soll die Schule in Betrieb gehen.

Nicht, wenn es nach einer Bürgerinitiative um Gabi Dotzel (64) geht. „Stoppt den neuen Grundschulkomplex am Jagdfeld“, fordert die Gruppe und sammelt derzeit Unterschriften (unter der E-Mail-Adresse billabong@t-online.de). Es geht ihnen um den Standort. Statt die nächste Schule im Zentrum der Gemeinde zu bauen, sollte Haar einen Neubau nördlich der Bahnlinie ins Auge fassen. Denn dort, im Bereich Eglfing, sei mit Zuzug zu rechnen, im Neubaugebiet Jugendstilpark entstehen über die Jahre Wohnungen für 2500 Menschen. Gabi Dotzel ist schon in Rente, ihre Kinder sind längst erwachsen. Sie handle nicht aus Eigeninteresse, wohne selbst im Jagdfeld und ist seit 34 Jahren in Haar ansässig. „Wir brauchen jetzt keine zusätzliche Schule im Zentrum“, sagt sie.

Die Bürgerinitiative ist davon überzeugt: „Die Notwendigkeit für eine zusätzliche Grundschule besteht ausschließlich für Kinder aus den Ortsteilen nördlich der Bahnlinie namentlich: Gronsdorf, Salmdorf, Ottendichl, Eglfing und den neu geplanten Jugendstilpark.“ Es sollte dem prognostizierten Schülerzuwachs mit drei Grundschulen an den Standorten Jagdfeld, St. Konrad und Eglfing Rechnung getragen werden.

Die Initiative stört sich auch massiv an den Dimensionen einer erweiterten Jagdfeld-Schule: „Wir möchten nicht, dass unsere sechs- bis zehnjährigen Kinder auf einem riesigen Schulkomplex mit über 800 Kindern und beengten Freiflächen unterrichtet werden.“ Zusammen mit den Schülern des auf demselben Areal angesiedelten Ernst-Mach-Gymnasiums würden dann annähernd 2000 Kinder und Jugendliche morgens über den Jagdfeldring zum Unterricht kommen. „Dabei herrschen bereits jetzt verkehrstechnisch chaotische Zustände und eine weitere Verschlimmerung des Verkehrsaufkommens ist an dieser Stelle nicht mehr tolerierbar“, sagen Gabi Dotzel und ihre Mitstreiter. Die Initiative schlägt vor: Planung stoppen, neuen Standort suchen und für den akuten Bedarf die Jagdfeldschule um ein Geschoss aufstocken.

Die Reaktion aus dem Rathaus Haar auf diesen plötzlichen Widerstand: „Wir sind ein bisschen verwundert, weil wir die Standortentscheidung sehr transparent gemacht haben“, sagt Ute Dechent, persönliche Referentin von Bürgermeisterin Müller (SPD). Bei einer Elternversammlung am 9. Mai 2016 im Bürgerhaus habe Gabriele Müller alle Standorte und die Gründe für die Auswahl auf Basis einer Machbarkeitsstudie erläutert. Das Jagdfeldschul-Grundstück gehört der Gemeinde, deshalb könne dort schnell gebaut werden.

Aktuell bestehe durchaus im Haarer Zentrum Bedarf an zusätzlichen Klassenräumen, auch um die Konrad-Schule zu entlasten. Und wenn die Gemeinde Haar weiter wächst, werde man in zehn, 15 Jahren sicher über eine weitere Schule nachdenken – und die käme dann auf einen Standort nördlich der Bahnlinie.

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