Provisorische Kinderkrippe in Containern

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In zwei Gruppen sollen ab September 24 Buben und Mädchen am Wieselweg in Haar betreut werden  - in einer Containeranlage neben dem „Dino“.

HaarAm Wieselweg neben das Freizeitheim „Dino“ baut die Gemeinde Haar eine provisorische Kinderkrippe. In einer Containeranlage sollen zwei Gruppen mit insgesamt 24 Buben und Mädchen bis drei Jahre betreut werden. Am 1. September dieses Jahres soll der Betrieb beginnen. Im Haushalt sind 400 000 Euro eingeplant. Auch die SPD-Fraktion hat sich im Gemeinderat, bis auf drei Ausnahmen, vom Standort überzeugen lassen – solange es eine, wie geplant, auf maximal fünf Jahre befristete Übergangslösung bleibt. Spätestens dann sollen die Kinder in eine neue Krippe im Neubaugebiet Jugendstilpark umziehen können.

Noch im Bauausschuss vor zwei Wochen hatte SPD-Fraktionssprecher Alexander Zill den Standort am Wieselweg als „denkbar ungeeignet“ bezeichnet. Es sei ein Fehler, in den seit 45 Jahren bestehenden Grünzug dort einzugreifen. Horst Wiedemann, ebenfalls SPD, hatte kategorisch erklärt: „Ich bin total dagegen, dass es an diese Stelle hinkommt.“ Das ist er offensichtlich immer noch, denn er und seine Fraktionskollegen Traudl Vater und Katharina Dworzak stimmten auch im Gemeinderat dagegen. Die anderen ließen sich von weiteren Argumenten überzeugen, die die Gemeindeverwaltung zusammengetragen hatte.

Für die Verwaltung ist das Grundstück am Wieselweg die einzig sinnvolle Lösung. Andere Flächen in Gemeindebesitz wie an der Brunnerstraße nahe der Bahnlinie und der Bundesstraße 471 oder die Festwiese an der B 304 scheiden wegen der Lärmbelastung aus. Die Postwiese an der Waldluststraße dient als Bolzplatz und soll den Kindern und Jugendlichen erhalten bleiben.

Auf Bitte der SPD hatte die Verwaltung auch geprüft, ob die beiden neuen Krippengruppen nicht in anderen Einrichtungen unterkommen könnten. Doch für die Unterkirche der Jesuskirche hat bereits der evangelische Kindergarten Bedarf angemeldet. Die Kindergärten der Kita GmbH an der Ferdinand-Kobell-Straße würden zwölf Krippenplätze anbieten – aber nur, wenn die Gemeinde ihnen zusagt, dass sie die Trägerschaft für die geplante Kindertagesstätte im Jugendstilpark bekommt. Und in der Kita an der St. Konrad-Straße hätte die Kirche zwar einen Umbau angeboten, allerdings würden dann die kirchlichen Zuschüsse entfallen, weil der nötige Vorlauf nicht einzuhalten wäre.

Um den Bedarf an Krippenplätzen zu decken hat der Gemeinderat außerdem beschlossen, am Ahrntaler Platz 1-6 Räume von der Oberbayerischen Heimstätte zu mieten und für zwei Großtagespflegegruppen der Nachbarschaftshilfe umzubauen. 16 bis 18 Kinder bis zu drei Jahren sollen dort von Tagesmüttern betreut werden.

Großtagespflege der Nachbarschaftshilfe

Die erste Gruppe geht voraussichtlich am 1. Juni an den Start, die zweite am 1. September. Allerdings wird der Umbau teurer als geplant. So haben die Haarer Gemeinderäte weitere 100 000 Euro Baukosten und 20 000 Euro für die Möblierung bereitgestellt. Der CSU-Fraktionssprecher Dietrich Keymer warf allerdings die Frage auf, ob die kostentreibenden Auflagen des Landratsamtes wirklich alle nötig seien. Er wolle da nachhaken. Günter Hiel

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