+
Raus hier: Bürgermeisterin Gabriele Müller (rechts) in der neuen Turnhalle der Realschule Vatterstetten.

Debatte um Realschule

Haar will aus Zweckverband aussteigen

  • schließen
  • Thomas Radlmaier
    Thomas Radlmaier
    schließen

Haar - Haars Bürgermeisterin Gabriele Müller ist unzufrieden mit dem Realschul-Zweckverband Vaterstetten. Grund sind Kosten, die im Zuge der Schulerweiterung auf die Gemeinde zukommen, aber auch der mögliche Bau einer Realschule in Haar.

Kraftvoll klingen die Töne der Bläserklasse im Rohbau der neuen Turnhalle der Realschule Vaterstetten. Richtfest. Ein Tag der Freude. Das Gesamtprojekt mit Erweiterung und Sanierung ist voll im Zeitplan, auch der Kostenrahmen von rund zwölf Millionen Euro wird bisher eingehalten. Auf anderer Ebene laufen jedoch Diskussionen, wie es mit dem Zweckverband Realschule Vaterstetten, zu dem als Träger neben dem Landkreis Ebersberg auch der Landkreis München sowie die Gemeinden Haar und Grasbrunn gehören, überhaupt weiter geht. Grund ist ein möglicher Neubau einer Realschule in Haar. Dabei geht es auch um das liebe Geld.

Gabriele Müller: Es ist nicht sinnvoll, in zwei Zweckverbänden zu sein

Dem Verteilungsschlüssel zufolge müsste die Gemeinde Haar von den rund zwölf Millionen Euro etwa 1,5 Millionen beisteuern. Für Haars SPD-Bürgermeisterin Gabriele Müller offenbar zu viel. Sie erwägt aus dem Zweckverband Vaterstetten auszusteigen. Schließlich erkundigte sie sich in der jüngsten Sitzung des Zweckverbandes danach, wie ein Ausstieg aus diesem finanziell geregelt werde. Hintergrund ist der mögliche Bau eine Schulcampus samt Realschule in Haar und die Gründung eines entsprechenden Zweckverbandes. Müller sagte, es sei nicht sinnvoll, in zwei Zweckverbänden zu sein. 

Derzeit kommen 346 der Schüler in Vaterstetten aus dem Landkreis München, davon 213 aus Haar und 129 aus Grasbrunn. Diese Situation könnte sich ändern, wenn in Haar eine neue Realschule gebaut wird. Das Kultusministerium hat schon lange grünes Licht gegeben. Doch der Gemeinde fehlt das nötige Geld für eine Realschule, bei deren Bau sie 70 Prozent der Kosten übernehmen müsste.

Ungewöhnlicher Kurswechsel

Dass Müller jetzt den Ausstieg aus dem Vaterstettner Zweckverband anspricht, ist ungewöhnlich. Es passt nicht zu ihrer bisherigen Politik in Sachen Haarer Realschule und Schulcampus. Schließlich hat sie immer – wie zuletzt auf einer Info-Veranstaltung im Kleinen Theater – dafür geworben, den Bau einer Realschule hinten anzustellen und sich zunächst auf die Schaffung von Grundschulplätzen zu konzentrieren. 

CSU-Landrat Christoph Göbel sagte bei der Zweckverbandsversammlung, man solle nicht den Eindruck erwecken, bei der Realschule in Haar sei alles in trockenen Tüchern. Es gebe schließlich einen Antrag der Gemeinde Haar, das auf Jahre zu verschieben. Damit werde man sich beschäftigen. Gabriele Müller sagte dazu, das sei kein Antrag, sondern lediglich eine Anfrage.

Zwei Möglichkeiten 

Sollte die Gemeinde aus dem bestehenden Realschul-Zweckverband aussteigen, gibt es laut dem Ebersberger Landrat Robert Niedergesäß zwei Möglichkeiten. Entweder der bestehende Zweckverband wird erweitert oder der Landkreis Ebersberg übernimmt die Realschule in Vaterstetten „zu 100 Prozent“ und zahlt die bisherigen Partner aus. Um hier eine Entscheidung treffen zu können, brauche man aber transparente „Bewertungsmaßstäbe“. Es gebe noch keine konkreten Zahlen. Die hätte man aber erst im nächsten Jahr. 

Annette Ganssmüller-Maluche: "Wir haben keine Zeit"

SPD-Kreisrätin und Vize-Landrätin Annette Ganssmüller-Maluche unterstützte Müller in ihrem Anliegen. Sie kritisierte, dass entsprechende Zahlen nicht vorliegen. Sie sagte: „Wir haben seit fast einem Jahr eine genehmigte Realschule. Die Grundstücksfrage ist auf der Zielgerade. Da haben wir keine Zeit. Das ist keine Sache, die bis nächstes Jahr warten kann.“

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Radlfahrer fährt gegen Betonbrocken und verletzt sich
Weil Unbekannte Betonbrocken auf den Weg legten, hat sich ein Radlfahrer in Kirchheim verletzt.
Radlfahrer fährt gegen Betonbrocken und verletzt sich
Unbekannter bedroht Mädchen mit Messer
Auf dem Nachhauseweg von der Disco sind am frühen Sonntagmorgen gegen 3.05 Uhr zwei 16 und 17 Jahre alte Mädchen bedroht und bestohlen worden.
Unbekannter bedroht Mädchen mit Messer
Nach dem Zuckerfest ist vor dem Quali
Das Wohnhaus für minderjährige Geflüchtete in der Laufzorner Straße in Grünwald hat sich vor mehr als zwei Monaten mit Bewohnern gefüllt. Zeit für eine erste Bilanz.
Nach dem Zuckerfest ist vor dem Quali
Höhere Kita-Gebühren
Die Eltern in Höhenkirchen-Siegertsbrunn müssen sich ab September auf deutlich höhere Kindergartengebühren einstellen.
Höhere Kita-Gebühren

Kommentare