Wer von der Vockestraße nach rechts Richtung München abbiegt, kann das künftig von einer separaten Spur.
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Wer von der Vockestraße nach rechts Richtung München abbiegt, kann das künftig von einer separaten Spur. (Archivfoto)

Haar rüstet sich für mehr Verkehr an der Kreuzung B 304/B 471 – Weiter Streit mit Putzbrunn

B471: Rechtsabbieger bekommen eine eigene Spur

Haar wächst, der Verkehr nimmt zu. Dafür rüstet sich die Gemeinde nun und plant den Umbau der Kreuzung der B 304 und B 471. 

Haar – Die Gemeinde Haar wächst und wächst, in den vergangenen zehn Jahren von 19 000 auf knapp 23 000 Einwohner. Allein das neue Wohngebiet Jugendstilpark an der B 471 nördlich der Bahnlinie bietet bis zu 2500 Neubürgern Platz. Der Zuzug verursacht mehr Verkehr, aber die Infrastruktur hinkt hinterher.

Autoseitig ist seit bald zehn Jahren eine Verstärkung des innerörtlichen Knotenpunkts B471/B304 in Planung, berichtete Daniel Wunderlich vom gleichnamigen Ingenieurbüro im Bauausschuss. Als das Straßenbauamt fast fertig war, ergab im September ein neues Verkehrsgutachten weiteren Ausbaubedarf. Daher wird der Umbau jetzt gestückelt.

Grünen-Gemeinderat wegen Zusatzspur „überrascht und erschüttert“

Er beginne jedenfalls 2022, ergänzte Horst Blank von der kommunalen Bauverwaltung. Wo er beginnt, dafür tat der Ausschuss einen weiteren Schritt: Rechtsabbieger von der B 471/Vockestraße in Richtung München sollen eine eigene Spur bekommen. Und die Linksabbiegespur Richtung A 99 soll schon ab der Brunnerstraße beginnen. Dies empfahl das Gremium dem Rat einstimmig, wenn auch teilweise zähneknirschend. Ergänzt wurde lediglich, dass die östlichen Anlieger der Vockestraße ihren historisch gewachsenen Überbau von 30 Zentimeter zurückbauen müssen. Und Radler und Fußgänger müssen sie barrierefrei überqueren; zweiter Bürgermeister Ulrich Leiner (Grüne) sprach von höchstens drei Millimeter hohen Absätzen.

Durch die neue und die verlängerte Spur wird die B 304 an der Westseite den Gartenfreunden einen Sechs-Meter-Streifen wegnehmen. In Gesprächen will Bürgermeister Andreas Bukowski (CSU) deren „Akzeptanz“ wahrgenommen haben. 400 Quadratmeter zusätzliche Straße entstehen. Das liege „leider in der Tradition, dem Auto immer mehr Raum zu geben“, bedauerte Ullrich Leiner. Er sei „überrascht und erschüttert“, dass es nicht bei einer Zusatzspur geblieben sei, erkenne allerdings an, dass die Gemeinde „quasi verpflichtet“ sei.

Gespräch mit Putzbrunner Bürgermeister geplant

Die Gemeinde muss 190 000 der auf 560 000 Euro geschätzten Baukosten zahlen, diese sind aber durch einen städtebaulichen Vertrag mit einem der Investoren im Jugendstilpark, JPS, refinanziert. Den Rest trägt das Straßenbauamt.

Auf die Kreuzung rollt auch mehr überörtlicher Verkehr zu. Wie viel, das ist Gegenstand eines Streits mit der südlichen Nachbargemeinde Putzbrunn. Diese will ihr autobahnnahes Gewerbegebiet Ost um 4,7 Hektar erweitern und an ihre Nordtangente anbinden, über die man dann künftig bequem über Grasbrunn-Keferloh bis zur B 471/B 304-Kreuzung nach Haar käme. Ein größeres Gewerbegebiet lenke im Jahr 2035 800 Kfz mehr auf die B471, sagen Schlothauer & Wauer in ihrem Verkehrsgutachten vom September voraus. Die Putzbrunner Lesart geht jetzt so: Das wären 3,8 Prozent mehr als ohne die Erweiterung, aber an der B 471/B 304-Kreuzung nur 1,8 Prozent mehr als ohnehin dann 44 000 Kfz – und auch das nur, wenn der ganze Zusatzverkehr diese überhaupt tangiere. Haar dagegen vermisst von Putzbrunn eine „Leistungsfähigkeitsuntersuchung“ für sein Bundesstraßen-Kreuz. Der Bauausschuss stimmte einhellig der Rathaus-Vorlage zu, dass die Gemeinde die Einwendungen gegen den neuen Bebauungsplan aufrecht erhält. Die Nachbargemeinde habe ihn nicht ausreichend mit ihr abgestimmt, heißt es da. Der Bürgermeister will jetzt nochmal mit seinem Kollegen Edwin Klostermeier (SPD) über die Lastenverteilung reden.

GEORG EBLE

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