Gemeinderat findet Lösung

Schlange stehen am Wertstoffhof Haar

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Haar - An Spitzentagen kommen über 400 Menschen zum Wertstoffhof Haar. Das übersteigt die Kapazitäten, es bilden sich Schlangen. Teilweise musste stundenweise geschlossen werden. Der Gemeinderat sucht eine Lösung.

Ab Januar 2017 wird es auch im Haarer Gemeindegebiet nach dem Vorbild von Ebersberg oder Poing eine gebührenfreie Abholung der Gartenabfälle geben. Die Gemeinde erhofft sich so eine Entzerrung am Wertstoffhof, der laut Bürgermeisterin Gabriele Müller (SPD) während der Gartenabfall-Stoßzeiten sogar stundenweise schließen muss aus Kapazitätsgründen. Die CSU lehnte den Vorschlag ab. „Da weht alles auf den Straßen herum und die Gehwege werden blockiert, besser wäre eine längere Öffnung des Wertstoffhofes“, fasste es Andreas Rieder (CSU) zusammen.

Kostenlose Gartenabfallsammlung

Derzeit können die Haarer Bürger ihre Gartenabfälle entweder kostenfrei am Wertstoffhof abgeben oder gegen eine Gebühr von acht Euro je Kubikmeter je einmal im Frühjahr und Herbst abholen lassen. Wie Brigitte Merz aus dem Umweltreferat berichtete, führe die Annahme der Gartenabfälle am Wertstoffhof, speziell im Frühjahr und Herbst, dort zu eklatanten Engpässen. „An stark frequentierten Tagen haben wir über 400 private Anlieferungen, zudem vermuten wir, dass Hausmeisterfirmen Gartenabfälle auch aus anderen Kommunen kostenlos in Haar entsorgen lassen“, sagte Brigitte Merz. Die Aufnahmekapazität des Wertstoffhofs reiche weder bezüglich der Parkplätze noch vom Sammelplatz her.

Sicherheitsmaßnahmen wegen des Asiatischen Laubholzbockkäfers

„Hinzu kommt, dass wir ja sämtliche anfallenden holzigen Gartenabfälle ab einem Zentimeter Durchmesser wegen des Asistaischen Laubholzbockkäfers häckseln müssen, auch wenn die Abfälle aus einer ganz anderen Region kommen, wir aber nicht wissen woher. Mit einem anderen System, eben der Abholung durch die Gemeinde, wissen wir ganz genau, wann Gartenabfälle aus der ALB-Region kommen und nur die müssen wir häckseln“, ergänzte Bürgermeisterin Gabriele Müller. Außerdem sei die bisherige kostenpflichtige Abholmethode für Berufstätige ein Problem, weil sie bei der Abholung anwesend sein müssen. „Dieser Service wird daher auch nur von sehr wenigen Bürgern genutzt, zwischen 2011 und 2015 waren es zwischen sieben und 29 Bürger, eingesammelt wurden so zwischen 19 und 136 Kubikmeter“, sagte Merz.

Zweimal im Jahr kostenlose Abholung

Die Gemeinde schlägt daher vor, dass ab Januar 2017 die Gartenabfälle zwei Mal im Jahr kostenfrei vor den Häusern abgeholt werden. „Der Wertstoffhof wird so zu Spitzenzeiten entlastet, Hausmeisterfirmen können so keine fremden Gartenabfälle mehr abgeben, und die Menge des zu häckselnden Materials wird deutlich reduziert. Wir rechnen da, basierend auf den Vorbildern im Landkreis Ebersberg mit Kosten von rund 20 000 Euro, also 90 Cent je Bürger“, führte Gabriele Müller aus.

CSU hat Bedenken

Thomas Reichel (CSU) sagte, seine Fraktion sei der Meinung, dass die 20 000 Euro besser angelegt seien in mehr Personal am Wertstoffhof zu den Spitzenzeiten. „Wir befürchten, dass da dann nicht nur Gartenabfälle, sondern jeglicher Müll am Straßenrand liegt. Zudem gibt es starke Behinderungen auf den Gehwegen für Kinderwagen, Rollator oder Rollstühle!“ Seine Fraktionskollegen Gerlinde Stießberger und Andreas Rieder schlugen eine längere Öffnungszeit des Wertstoffhofes vor. 

Werner Kozlik (Grüne), Thomas Fäth (SPD) und Ton van Lier (FW) begrüßten den Vorschlag hingegen ausdrücklich als guten Bürgerservice. So wurde die kostenfreie Gartenabfall-Abholung ab Januar gegen fünf CSU-Stimmen beschlossen.

Öffnungszeiten 

Der Wertstoffhof Haar ist geöffnet: Montag, Mittwoch und Freitag von 15 bis 18 Uhr; samstags von 9.30 bis 15 Uhr.

Rubriklistenbild: © Kurzendörfer

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