Eine Baustelle am Erweiterungsbau für die Jagdfeldschule Haar.
+
Baustelle bis Ostern 2021: Der Erweiterungsbau für die Jagdfeldschule.

Gymnasiasten könnten Räume nutzen

Schülerzahl sinkt – Was wird aus Jagdfeld-Erweiterungsbau ?

  • Günter Hiel
    vonGünter Hiel
    schließen

Noch ehe der 38 Millionen Euro teure Erweiterungsbau der Grundschule am Jagdfeldring fertig ist, zeichnet sich ab, dass der Gemeinde Haar die Grundschulkinder ausgehen. Möglicherweise werden Schüler des benachbarten Ernst-Mach-Gymnasiums Räume in der Grundschule nutzen.

Haar – Der Erweiterungsbau, das neue „Lernhaus“, wird nach einem Wasserschaden nicht an Weihnachten 2020, sondern erst an Ostern 2021 bezugsfertig sein. Zum Glück sei der Schaden, verursacht durch einen nicht richtig geschlossenen Schlauch, „nicht ganz so gravierend wie befürchtet“, sagte Bürgermeister Andreas Bukowski (CSU) im Gemeinderat. Pro Stockwerk seien rund 50 Quadratmeter betroffen. Die Trockner laufen.

Statt 960 nur noch 796 Grundschüler erwartet

Überrascht wurde der Gemeinderat von der neuen Prognose über die Entwicklung der Grundschülerzahlen. Fürs laufende Schuljahr waren 960 Grundschüler vorhergesagt – tatsächlich sind es 796. Davon gehen 453 in die Jagdfeldschule, die auf 520 Kinder ausgerichtet ist und nach der Erweiterung Platz für 800 Mädchen und Buben hat. Dazu kommt noch die Konradschule. Und der Trend setzt sich – wahrscheinlich – fort: Fürs Jahr 2028 waren 1202 Grundschüler vorhergesagt, die neue Prognose geht nur noch von 1060 aus.

Bürgermeister hat Erklärung für sinkende Zahlen

Abgesehen von der Unschärfe von Prognosen sieht Bürgermeister Bukowski für die sinkenden Zahlen zwei Erklärungsansätze: Zum einen ziehen Eltern aus Haar weg, oft weiter hinaus aufs Land, sobald ihre Kinder ins Grundschulalter kommen; zum anderen sind ins Neubauviertel „Jugendstilpark“ deutlich weniger Familien mit schulpflichtigen Kindern gezogen als erwartet.

Gymnasiasten im Grundschul-Altbau

Dennoch sei die Entscheidung für die Erweiterung der Jagdfeldschule richtig gewesen, sagte Kerstin Onwuama, Leiterin des Sachgebiets Bildung und Soziales, im Gemeinderat. Die Schülerzahlen steigen zwar nicht so schnell – aber sie steigen. Schon im nächsten Jahr wäre die alte Jagdfeldschule zu klein. Auch der Erweiterungsbau, das „Lernhaus“, wird voll, aber langsamer. Was die Möglichkeit böte, für einige Jahre Gymnasiasten im Bauteil A des Grundschul-Altbaus unterzubringen. Denn auf Anregung von Landrat Christoph Göbel ist eine Machbarkeitsstudie zum möglichen Umbau und Erweiterung des Ernst-Mach-Gymnasiums erarbeitet worden. Laut der kostet die teuerste Variante 15,3 Millionen Euro – und die Variante mit Zwischennutzung der Jagdfeldschule 4,8 Millionen Euro. Wenn, dann komme nur diese günstigste Variante in Betracht, sagte Bürgermeister Bukowski; falls das Gymnasium zusätzliche Kapazitäten benötige, was die CSU skeptisch sieht. Eines aber geht gar nicht, hielt Gerlinde Stießbeger (CSU) fest: „Ich möchte hier keinen Neubau mit leeren Klassenzimmern stehen sehen.“

Auch interessant

Kommentare