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Ernst Weidenbusch (rechts) zitiert öffentlich aus dem Schriftverkehr von Gabriele Müller.

Debatte um Schulcampus

Weidenbusch verursacht "Vertrauensbruch"

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Haar - Ernst Weidenbusch zitiert öffentlich aus dem E-Mail-Schriftverkehr zwischen Landrat Christoph Göbel (CSU) und Gabriele Müller (SPD). Die Bürgermeisterin ist nun sauer.

Der politische Streit um den Haarer Schulcampus erreicht CSU-Landrat Christoph Göbel und Haars SPD-Bürgermeisterin Gabriele Müller. Der stellvertretende CSU-Landrat Ernst Weidenbusch hat Müller auf einer Veranstaltung der Haarer CSU am Donnerstagabend brüskiert. Im Kleinen Theater zitierte Weidenbusch lange Passagen aus dem E-Mail-Schriftverkehr zwischen Müller und CSU-Landrat Christoph Christoph Göbel.

Gabriele Müller wusste von der Aktion im Vorfeld nichts 

Weidenbusch sagte, er habe das mit dem Landrat abgesprochen. Müller sagte auf Nachfrage des Münchner Merkur, sie habe von der Aktion im Vorfeld nichts gewusst. Sie sprach von einem „tiefen Vertrauensbruch“. 

Bisher hielten Göbel und Müller trotz unterschiedlicher Parteizugehörigkeiten in dem Streit zwischen der Haarer SPD und CSU zusammen. Göbel lobte kurz vor der CSU-Veranstaltung die „unproblematische und hervorragende“ Zusammenarbeit mit Müller. Doch Weidenbusch hat nun mit der Offenlegung des Schriftverkehrs dem guten Verhältnis zwischen den beiden schwer geschadet. Ob er das bewusst gemacht hat, ist fraglich. Eigentlich verteidigte er Müller am Donnerstag, indem er sagte: „Ich bin verwundert, dass die Kreis-SPD den Landrat attackiert und die Haarer CSU die Bürgermeisterin.“ Beide seien sich einig, dass der Standort Gronsdorf „ideal“ sei. Gleichwohl wollte Weidenbusch mit der Aktion die Kritik der SPD-Kreistagsfraktion an Göbel abwehren. Die Kreis-Sozialdemokraten hatten dem Landrat „erfolglose Handeln“ in Sachen Schulcampus vorgeworfen.

Der Schriftverkehr stammt von Ende Februar

Wie Weidenbusch berichtete, schrieb Göbel am Abend des 25. Februar eine Mail an Müller mit einer detaillierten Kostenrechnung für den Schulcampus am Standort Gronsdorf. Davon wussten weder die Mitglieder der CSU- noch der SPD-Fraktion im Gemeinderat. Ausgehend von den Kosten der Realschule Taufkirchen betrügen die Baukosten für eine Realschule in Haar rund 22 Millionen Euro. Davon übernehme der Landkreis München 5,5 Millionen Euro. Hinzu käme eine Förderung des Staates von 22,96 Prozent der Gesamtkosten. Von den 22 Millionen entfielen damit 11,4 Millionen auf die Gemeinde Haar. Weidenbusch fügte hinzu: „Das ist der worst case.“ Schließlich sei eine Beteiligung der Stadt München nicht eingerechnet. Müller bedankte sich demnach in einer Mail am 26. Februar für „den Willen und die Bereitschaft des Landkreises, auf die Gemeinde zuzugehen“.

Dass Weidenbusch den Inhalt dieser Mails ausgeplaudert hat, ist peinlich für Müller

Dass Weidenbusch den Inhalt dieser Mails ausgeplaudert hat, ist peinlich für Müller. Fünf Tage nach ihrer Mail an Göbel sprach die Bürgermeisterin im Rahmen eines Pressegesprächs nämlich von rund 45 Millionen Euro. „Das können wir nicht finanzieren“, hatte sie gesagt. Auf Nachfrage, wie diese Zahl zustande kommt, sagt Müller nun: „Diese Zahl, die mir genannt wurde, sind die Kosten einer bereits gebauten weiterführenden Schule im Landkreis.“ Welche Schule das ist, wusste Müller nicht mehr. 

Das politische Klima in Haar ist noch rauer als davor

Das politische Klima in Haar ist nach Donnerstagabend noch rauer als davor. Müller holt nun zum politischen Gegenschlag aus: „Weidenbusch hat dem Projekt FOS/BOS in Haar den Todesstoß verpasst“, sagt sie. Die Vorkommnisse auf der CSU-Veranstaltung seien „verhandlungsschädlich“ gewesen. „Wie soll ich jetzt noch an den Bezirk rangehen?“ Göbels Kostenberechnung nannte sie „Schätzzahlen“ und „aus der Luft gegriffen“. Sie brauche eine schriftliche Zusicherung, am besten vertraglich abgesichert. „Eine E-Mail reicht da nicht.“

rat

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