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Die Haarer CSU sammelt täglich Unterschriften.

Wegen Schulcampus

"Wie im Kindergarten": CSU und SPD fetzen sich

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Haar - Das politische Klima in Haar ist so rau wie seit langem nicht mehr. CSU und SPD attackieren sich heftig. Die Bürger aber nervt das „Parteigeplänkel“.

Nach rund eineinhalb Stunden reicht es Cherin Sakkal. Er und sein SPD-Parteikollege Alfons Meindl stehen auf und verlassen vorzeitig die CSU-Veranstaltung im Kleinen Theater. Sie müssen sich zwischen Stühlen und Tischen hindurchschlängeln, vorbei an politischen Gegnern, aber auch an Müttern aus Haar, welche die SPD-Fraktion im Gemeinderat dafür verantwortlich machen, dass ihre Kinder nach Aschheim und Vaterstetten auf die Realschule gehen müssen. Hinzu kommt der wütende CSU-Vize-Landrat Ernst Weidenbusch, der die Sozialdemokraten regelrecht anbrüllt, woraufhin Sakkal verärgert zurückbrüllt: Ständig werde der SPD vorgeworfen, sie sei gegen den Schulcampus. Das stimme aber nicht, sagt Sakkal. Als er zur Tür hinausgeht, schiebt er hinterher: „Das hat doch alles keinen Sinn.“

Am heutigen Dienstag tagt der Gemeinderat. Doch das politische Klima in Haar ist wegen der Debatte um den Schulcampus so rau wie seit langen nicht mehr. „Ich hätte nicht gedacht, dass die Diskussion einen solchen Tsunami auslöst“, sagt Grünen-Ortssprecher Ulrich Leiner bei der CSU-Veranstaltung auf dem Klinikgelände. Und Michael Bernhard (56), der CSU-Mitglied ist, kommentiert den Abend so: „Das ist wie im Kindergarten.“

"Das ist wie im Kindergarten"

Rund 30 Interessierte sind am Donnerstag ins Kleine Theater gekommen. Darunter freilich viele CSU-Mitglieder sowie wenige Vertreter von SPD und Grüne. Aber auch einige Eltern von Schulkindern wollen wissen: Wie ist der Sachstand beim Schulprojekt aus FOS/BOS und Realschule? Die Haarer CSU hat einen Flyer für die Veranstaltung erstellt. Darauf steht „Bürgerinformation“. Doch was die Anwesenden an diesem Abend erleben, ist wenig informativ. Vielmehr ist es ein heftiger politischer Schlagabtausch zwischen der CSU und der SPD.

Die CSU kann vor lauter Kraft kaum laufen 

Täglich sammelt die CSU auf der Straße Unterschriften für den Schulcampus. Der Fraktionsführer im Gemeinderat, Dietrich Keymer, bemisst den Erfolg an der Zahl von Bürgern, die unterschreiben. Doch was die Aktion letztendlich bringen soll, ist weiterhin fraglich. Die CSU gleichwohl kann vor lauter Kraft kaum noch gehen. Sie ist berauscht von inzwischen 1200 Unterschriften. Wie ein wilder Stier attackiert sie die SPD und wirft insbesondere der Bürgermeisterin Gabriele Müller vor, das Projekt bewusst zu blockieren. Das hat sich auch auf der Info-Veranstaltung gezeigt. Und auch wenn die Christsozialen den Streit auf Facebook als „leidenschaftliche Diskussion“ verkaufen wollen, kommt das nicht bei jedem gut an. Peter Baumann, 70, aus Haar etwa sagt: „Das Parteigeplänkel hat mich sehr gestört.“

Leidenschaftliche Diskussion um SchulcampusErwartungsgemäß heiß ging es her bei der Veranstaltung der CSU im Kleinen...

Posted by CSU Haar on Samstag, 12. März 2016

Die SPD reagiert zunehmend gereizt auf die Kritik zum Schulcampus 

Dagegen reagiert die SPD zunehmend gereizt auf die Kritik zum Schulcampus. Die Sozialdemokraten wirken uneinig. Einerseits sucht Müller nach einem Grundstück. Andererseits äußert sich Sakkal ablehnend gegenüber dem Projekt: „Haarer Jugendliche würden im Vergleich zu Jetzt vielleicht 15 Minuten Wegzeit gewinnen, wenn in Haar ein Realschulcampus errichtet würde. Das wäre die einzige Verbesserung im Leben unserer Realschüler. 15 Millionen für 15 Minuten.“ Für die CSU ist so eine Aussage ein gefundenes Fressen.

rat

Lesen Sie hier, warum CSU-Vize-Landrat das Vertrauen von SPD-Bürgermeisterin Gabriele Müller gebrochen hat.

Lesen Sie hier, wie sich CSU-Landrat Christoph Göbel gegen die Kritik der Kreis-SPD gewehrt hat.

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