Keine Kooperation mit der Stadt München

Gemeinderat stimmt für Schulcampus

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Haar - Der Gemeinderat spricht sich grundsätzlich für einen Schulcampus aus. Indes hat Münchens Dritte Bürgermeisterin Christine Strobl Überraschendes an die Gemeinde geschrieben.

Der Gemeinderat hat sich in seiner jüngsten Sitzung grundsätzlich für den Bau eines Schulcampus mit Realschule und FOS/BOS ausgesprochen. Allerdings knüpfte das Gremium an die konkrete Umsetzung des Projektes mehrere Bedingungen. 

Die wichtigste ist: Der Landkreis soll die Kosten für ein entsprechendes Grundstück sowie für die von beiden Schulen  genutzten Gebäude und Flächen übernehmen. Die Kostenübernahme soll der Kreistag über Beschlüsse absichern. Bürgermeisterin Gabriele Müller (SPD) verlangte schließlich "Kostenklarheit vor einer endgültigen Entscheidung." Damit spielt die Gemeinde den Ball in Sachen Schulcampus zurück an den Landkreis. Der Kreisausschuss hatte den Gemeinderat zuvor aufgefordert, sich für oder gegen das Schulprojekt auszusprechen.

Die Stadt München möchte keine Kooperation eingehen

Bei der Standortfrage legte man sich darauf fest, nur noch das Grundstück am S-Bahnhof Gronsdorf als möglichen Standort zu verfolgen. Dieses gehört der Stadt München, die grundsätzlich zum Verkauf einer Teilfläche bereit ist. Eine Kooperation in schulplanerischer Hinsicht möchte die Stadt allerdings nicht eingehen. Das geht aus einem Schreiben von Münchens Dritter Bürgermeisterin Christine Strobl (SPD) an das Haarer Rathaus hervor, das Müller in der Sitzung verlas. Demnach plane München selbst den Bau neuer Realschulen und Fachoberschulen und sehe daher keinen Bedarf für eine Zusammenarbeit mit dem Landkreis. Bis zum Jahr 2031 sind 170 Kinder aus München in einer Bedarfsplanung für die Realschule in Haar einberechnet. 

CSU zieht Antrag zurück

Die CSU-Fraktion im Gemeinderat hatte einen Antrag mit mehreren Vorraussetzungen für einen Schulcampus eingereicht. Eine Bedingung darin: die vertragliche Verpflichtung der Landeshauptstadt, zu den Investitionen des Schulcampus in angemessenen Umfang beizutragen. Die Christsozialen zogen den Antrag zurück.

Drei SPD-Gemeinderäte votieren gegen den Grundsatzbeschluss

Drei SPD-Gemeinderäte votierten gegen den Grundsatzbeschluss zum Schulcampus. Cherin Sakkal befürchtete, dass ein grundsätzliches Ja zum Schulcampus eine verbindliche Mitgliedschaft in einem Zweckverband nach sich ziehe. Der Gemeinderat beschloss, die Frage des Zweckverbandes und der Finanzierung zu entscheiden, wenn fundierte Zahlen zur Kostenkalkulation vorliegen. Bürgermeisterin Gabriele Müller möchte die Fakten innerhalb von sechs Monaten auf dem Tisch haben. Dann soll der Gemeinderat endgültig entscheiden.

rat

Rubriklistenbild: © Ulla Baumgart

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