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„Schule auf Stelzen“: So soll der Erweiterungsbau der Grundschule am Jagdfeld aussehen. Besonders ist unter anderem der Pausenhof auf dem Dach der Turnhalle.

Infoveranstaltung

Hitzige Diskussion um Schullandschaft in Haar

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Haar - Bürgermeisterin Gabriele Müller stellt Pläne zur Erweiterung der Grundschule am Jagdfeldring vor. Doch das überzeugt nicht alle.

Begonnen hat der Infoabend am Montag im Haarer Bürgerhaus für Gabriele Müller mit einem lauen Lüftchen. Und, um es gleich vorweg zu nehmen: Geendet hat er mit mächtig viel politischem Gegenwind, wie so oft in letzter Zeit, wenn es um das Thema Schule in Haar geht. Diesmal steht die Erweiterung der Grundschule am Jagdfeldring im Fokus. Aber eigentlich geht es grundsätzlich um Schulpolitik in Haar. 

Auf Gemeindeseite hat man sich um kurz vor sieben schon gewundert, ob das Thema, das zuletzt für Schlagzeilen gesorgt hat, wohl wider erwartend doch keinen interessiert. Schließlich ist kaum jemand gekommen ins Bürgerhaus, wo Bürgermeisterin Gabriele Müller über die neue Grundschule informiert. Sie sagt: „Ich habe gedacht, dass das Thema ein ganz großer Aufreger ist. Ist wohl doch nicht so.“ Doch nach zwei Stunden beendet sie den Abend und eine hitzige Diskussion mit den Worten: „Ich merke, wir haben einen Dissens.“ 

Die "Schule auf Stelzen"

Wie berichtet, hat der Gemeinderat im März mehrheitlich beschlossen, die Grundschule am Jagdfeld auf 32 Klassen zu erweitern. Dazu entstehen auf dem jetzigen Lehrerparkplatz ein Gebäude für eine Mensa, ein Schulgebäude, ein Pausenhof sowie eine Dreifachturnhalle, deren Dach ebenfalls als Pausenhof genutzt werden kann. Gebaut werden soll ab Herbst 2017. 2019 soll die „Schule auf Stelzen“ fertig sein. Sie kostet 25 Millionen Euro. 

Beim Infoabend zeigt Müller, wo welche Gebäude stehen und warum sich der Standort aus ihrer Sicht gut eignet. Und freilich erklärt sie, warum eine Schule mit 800 Grundschülern, anders als die CSU meint, kein Problem darstellt. Unterstützung bekommt sie von Juliane Dworzak, Schulleiterin der Jagdfeldgrundschule und Frau von Müllers Vorgänger, dem Haarer Ex-Bürgermeister Helmut Dworzak. Juliane Dworzak sagt: „Ich hänge sehr an diesem Konzept.“ Dass das Dach der Turnhalle als Pausenhof genutzt werden kann, findet sie „genial“. 

Alles andere als genial findet das Dietrich Keymer, der CSU-Fraktionsführer im Gemeinderat. „Das ist keine Schule, sondern eine Bildungsvollzugsanstalt“, sagt er und bringt gleich einen anderen Standort für eine Grundschule ins Gespräch, nämlich das Grundstück des Bezirks an der B471. Müller entgegnet, dass der Bezirk das Grundstück nicht verschenke. Das Areal war bereits für einen Schulcampus im Gespräch. Und SPD-Gemeinderat Horst Wiedemann meint vor dem Hintergrund von solchen Vorschlägen aus Reihen der CSU. „Wir verschulden uns derartig, dass wir die Gemeinde in den Ruin treiben.“ 

Spätestens da wird die Diskussion hitzig. Kathleen Kober, die Freundin von Thomas Reichel (CSU), Haars Drittem Bürgermeister, meint, man solle die Mittelschule in einen möglichen Schulcampus samt Fos/Bos integrieren. Denn dann würden am Schulzentrum an der St.-Konrad-Straße die Räumlichkeiten der Mittelschule frei und man könne dort die Grundschule ansiedeln. Ein Plan, den die CSU schon länger verfolgt. Doch Müller verweist darauf, dass das Gebäude für moderne pädagogische Konzepte einer Grundschule ungeeignet sind. Und die Leiterin der Mittelschule, Christa Beyer, sagt: „Wir können uns nicht vorstellen, dass wir mit der Realschule an einem Standort sind.“ Schließlich würden die Mittelschüler im Vergleich mit den Realschülern untergehen. Kober kann das nicht nachvollziehen.

rat

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