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Rohbau-Charakter: Von außen schaut das „Wohnen mit Service“ noch nach Baustelle aus. Doch die Musterwohnungen sind fertig und können besichtigt werden.  

Senioren-Wohnen in Haar

„Wohnen mit Service“ im Jugendstilpark ab 2019 bezugsfertig  

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118 Senioren können ab Anfang 2019 in 60 Wohnungen im Jugendstilpark einziehen - und viel Service hinzubuchen. Doch das hat seinen Preis.

Haar – „Wohnen mit Service“ können 118 Senioren ab 2019 in insgesamt 60 neuen, barrierefreie Ein- bis Dreizimmer-Wohnungen im Jugendstilpark in Haar genießen. Die Wohnungen sind ab Anfang nächsten Jahres bezugsfertig. Ziel des Projekts ist es, dass ältere Menschen so lange wie möglich selbstständig das eigene Leben gestalten, aber bei Bedarf unkompliziert Hilfe erhalten können.

Die Räume sind hell und nach modernstem Standard gebaut, die Wohnungen reichen von 43 Quadratmeter bis 140 Quadratmeter. „Wichtig war uns, dass alle Wohnungen ein für Rollator oder Rollstuhl ausreichend großes Bad mit rund sechs Quadratmeter haben“, betont Haars Bürgermeisterin Gabriele Müller (SPD). Die Ein-Zimmer-Wohnung (43 Quadratmeter) kostet etwa 1400 Euro, zwei Zimmer (48 bis 61 Quadratmeter) zwischen 1800 und 2500 Euro, die Drei-Zimmer-Wohnung mit 141 Quadratmetern rund 3000 Euro Miete im Monat. „Es bestehen Zuschussmöglichkeiten für diejenigen Personen mit Leistungsbezug, das war uns wichtig“, sagt Müller.

Willkommen im neuen Zuhause: (v.l.) Projektleiterin Anja Becker, Projektleiterin, Bürgermeisterin Gabriele Müller und Geschäftsführer Michael Settgast in einer Musterwohnung.

Im Mietpreis inbegriffen ist eine Betriebskostenpauschale, die Nutzung der Gemeinschaftsräume sowie Beratung und Vermittlung von Hilfsdienstleistungen. „Es gibt zudem einen ständigen Ansprechpartner vor Ort“, versichert Michael Settgast, Geschäftsführer der Maria-Stadler-Haus gGmbH. Das Kommunalunternehmen wird Träger des Wohnprojekts, führt auch das Maria-Stadler- Pflegeheim in der Salmdorfer Straße sowie künftig das neue Pflegeheim für 142 Personen an der Leibstraße. Der angeschlossene ambulante Dienst gewährleistet auch die medizinische und pflegerische Versorgung. Ein 24-Stunden-Notknopf ist in jeder Wohnung installiert. Fachärzte kommen ins Haus, „hier werden sehr große Synergieeffekte mit dem angrenzenden Pflegeheim spürbar sein“, betont Settgast. „Unsere Mieter führen weiterhin ihren eigenen Haushalt und genießen gleichzeitig die Vorteile von Hilfen, die ihnen das Leben einfacher machen.“ Vom täglichen Mittagessen über die wöchentliche Wohnungsreinigung bis zum Wäscheservice sind viele Dienstelsitungen buchbar.

„Bevorzugt werden bei der Vergabe Haarer Bürger, und 65 Jahre plus müssen sie sein“, sagt Settgast. „Auch wenn die meisten Interessenten zwischen 75 und 85 Jahren alt sind.“ In der AWO-Seniorenwohnanlage an der Peter-Henlein-Straße gibt es bereits 60 Wohneinheiten, hinzu kommt das neue Pflegeheim in der Leibstraße sowie das Maria-Stadler-Haus, wo nach dem Umbau ebenfalls barrierefreies Wohnen möglich sein wird.

Bürgermeisterin Müller hofft, dass durch „Wohnen mit Service“ die Warteliste von 200 Personen, die im Rathaus schon lange als Wohnungssuchende gelistet sind, deutlich kürzer wird. „Wichtig ist doch, dass für die Senioren, wenn sie ihre alte Umgebung aufgeben und sich auf etwas Neues einlassen, alles weiterhin gut erreichbar ist, zu Fuß oder mit einem gut zugänglichen öffentlichen Verkehrsnetz.“ Die Deckung des täglichen Bedarfs sei deshalb ungemein wichtig.   

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