News-Ticker: Terror in Barcelona - Fahrer soll erst 17 gewesen sein

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941,50 Euro hat die Haarerin verloren. Sie will andere davor bewahren, auf den Trick hereinzufallen. 

Warnung

„Sie haben gewonnen“: Rentnerin aus Haar abgezockt

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Falsche Notare locken mit einem großen Geldgewinn. Eine Dame aus Haar ist am Dienstag darauf reingefallen: Sie hat 941,50 Euro verloren. Jetzt möchte sie andere warnen.

Haar – Die 72-Jährige aus Haar, die sich gestern in der Redaktion des Münchner Merkur gemeldet hat, möchte ihren Namen nicht in der Zeitung lesen. „Ich war fruchtbar dumm, aber ich möchte andere davor bewahren, dass sie ebenfalls reinfallen.“ Am Montag hatte sie einen Anruf erhalten von einem Herrn, der sich Thomas Kaiser nannte und der sich als Mitarbeiter der Deutschen Bundesbank ausgab. Er eröffnete ihr, sie hätte beim Gewinnspiel „Euro Million“ den vierten Preis gewonnen und würde 39 500 Euro erhalten. Er kündigte an, dass ein Notar die Summe in einem digitalen Geldkoffer bringen würde. „Ich würde zwischen 9 und 11 Uhr nochmals angerufen, dann würden alle Details geklärt“, hieß es.

Überraschung zum Hochzeitstag

Die 72-Jährige, die tatsächlich an einem gleichnamigen Gewinnspiel aus einer Postwurfsendung teilgenommen hatte, freute sich riesig: „Mir klopfte das Herz. Ich wollte damit meinen Mann überraschen. Wir haben bald Hochzeitstag.“ Und viel Geld hat das Ehepaar nicht. Tatsächlich rief um 10.45 Uhr, wie angekündigt, ein „Matthias Berger“ an und erklärte: Damit der Notar vorbeikomme, müsse sie selbst eine gewisse Summe von 900 Euro und die Überweisungskosten von 41,50 Euro zahlen.

Anrufer wirken seriös

Zwar überlegte die Haarerin daraufhin kurz, ob sie bei der Polizei nachfragen sollte, verwarf den Gedanken aber: „Beide Anrufer wirkten sehr kompetent und seriös. Und natürlich wollte ich auch gewinnen.“ Stutzig wurde sie, als sie gestern bei der Postbank in Haar die verabredete Summe von 941,50 Euro an Western Union überweisen wollte. „Der Name des Empfängers Afrim Gashi Kosovo machte mich misstrauisch. Ich habe nochmals bei dem angeblichen Bundesbankangestellten angerufen. Mir wurde versichert, dass dieser Name richtig sei.“ Die Haarerin überwies das Geld und wartet gestern ab 13 Uhr auf den nächsten Anruf, in dem der Notartermin vereinbart werden sollte. Vergeblich. „Mein Geld ist weg“, sagt sie. „Ich habe mich lächerlich gemacht. Das Geld hatte ich eigentlich für meine Beerdigung angespart.“ Bei der Haarer Polizei meldete die Dame den Betrugsfall umgehend. „Leider konnte der Beamte die Auszahlung bei Western Union nicht mehr rechtzeitig stoppen.“ Zumindest, so sagt sie, „möchte ich jetzt andere warnen.“

119 Betrugsversuche durch falsche Polizei am Wochenende

Der vermeintliche Gewinn sei eine Betrugsmasche, auf die im Großraum München viele Menschen reinfallen, sagt Carsten Neubert, Pressesprecher im Polizeipräsidium München: „Der Telefonbetrug hat unglaubliche Ausmaße angenommen. Allein am vergangenen Wochenende hatten wir 119 Betrugsfälle, wo Leute von falschen Polizisten angerufen worden sind. Bei einer Person kamen sie zum Zug. Sie verlor 100 000 Euro.“ Er sagt: „Scheuen Sie sich nicht, die 110 zu wählen und die echte Polizei anzurufen, bevor Sie etwas überweisen.“ Sein Tipp: „Wenn man etwas gewinnt, bekommt man Geld und muss nicht vorher bezahlen.“

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