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Verwildert immer mehr: das Mordhaus in der Zunftstraße in Haar.

Kreissägen-Mordprozess 

Staatsanwalt fordert lebenslänglich für Haarerin 

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Für ihre tödliche Kreissägenattacke an ihrem Freund muss Gabi P. (32) aus Haar lebenslänglich hinter Gitter. So jedenfalls hat es die Staatsanwaltschaft in ihrem Plädoyer gefordert. Von einem Antrag auf besondere Schwere der Schuld sahen die Ankläger ab.

Haar – Verteidigerin Birgit Schwerdt kochte vor Empörung. Soeben hatte Nebenklage-Anwalt Eckhardt Müller für die Adoptiveltern des getöteten Studenten zu einem Rundumschlag gegen die Medien ausgeholt. In seinem Plädoyer schilderte er die Gefühlslage der Eltern. Sie würden ihren Sohn ihr Leben lang vermissen und darunter leiden. Das Bild, das die Verteidigung über die Medien in die Öffentlichkeit transportiert habe, hätte ihr Kind ein zweites Mal sterben lassen

Schwerdt, die im Verfahren auch die negativen Seiten des Getöteten hatte aufzeigen müssen – lasche Einstellung zum Studium, Drogenkonsum und sexuellen Vorlieben – ärgerte sich über die Darstellung einer intakten Eltern-Kind-Beziehung, aber sie schwieg. Es gab eh kein Publikum, die Öffentlichkeit war für die Zeit der Plädoyers vom Prozess ausgeschlossen. Zehn Jahre Haft wegen Totschlags forderte sie für Gabi P. Die rechtlichen Voraussetzungen für eine Mordanklage sah sie als nicht gegeben. Heimtücke lasse sich nicht nachweisen.

Verteidigerin fordert zehn Jahre Haft wegen Totschlags

Die Staatsanwaltschaft hatte sie allerdings allein durch die Wehrlosigkeit des Opfers ausgemacht. Nach ihrer Überzeugung war der Student in der Mordnacht im Dezember 2008 ans Bett gefesselt, über den Augen eine zugeklebte Taucherbrille. Die Verteidigerin zweifelte diese durch die Rechtsmedizin aufgestellte These an. Selbst der Fund des Schädels mit der aufklebenden Taucherbrille hätte nach vielen Jahren nicht der ursprünglichen Situation entsprechen müssen.

Am 19. Mai soll das Urteil fallen

Für Schwerdt stellt sich die Tat vielschichtiger dar, als von der Anklage bewertet. Demnach war es in besagter Nacht zu einem Sexualakt gekommen, der beim späteren Opfer nicht zur gewünschten Befriedigung führte. Es folgten Schimpfsalven. Möglicherweise entfesselte sich der Mann selber und schob die Taucherbrille auf die Stirn. In diesem Moment traf ihn die Kreissäge. Laut Obduktion starb der Student durch Gewalt gegen den Hals. Die folgende Attacke gegen die Brust hatte keine tödliche Wirkung. Gabi P. ließ die Leiche auf dem Dachboden liegen. Bis ihr neuer Freund sie im Juni 2009 im Garten vergrub. Im November 2010 schrieb sich Gabi P. Geschehenes von der Seele. Die Staatsanwaltschaft geht aber von einem zeitnahen Tagebuch aus, auf das sie auch die Anklage stützte. Das Urteil soll am 19. Mai fallen.

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