Ein Schuld weist zum Corona-Impfzentrum in Haar
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Kaum zu verfehlen: Ein großes Schild weist den Weg zum Impfzentrum an der Wasserburger Landstraße. 

Startklar mit Einschränkungen

Einblicke ins Haarer Impfzentrum

  • Bert Brosch
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Die Impfzentren im Landkreis sind startklar. Erste Einblicke in das Zentrum in der ehemaligen BND-Kaserne in der Wasserburger Landstraße in Haar gab jetzt Landrat Christoph Göbel (CSU). Den Betrieb hier haben die Malteser übernommen.

Haar – Fast 30 Räume haben die Malteser im östlichen Teil der ehemaligen BND-Kaserne für das Impfen belegt. Neben Büros und Sozialraum stehen zwölf Impfzimmer zur Verfügung, jedes ausgestattet mit Liege, Schreibtisch und Stuhl. Auf allen Böden wurde Linoleum verlegt, falls einem Patienten nach der Impfung schlecht wird und man wischen müsste.

Die Impfzentren im Landkreis sind startklar. Erste Einblicke in das Zentrum an der Wasserburger Landstraße in Haar gab jetzt Landrat Christoph Göbel (CSU). Den Betrieb hier haben die Malteser übernommen.  Projektleiter der Malteser in Haar ist Alexander Brandstaeter. Mit seinem Team hat er seit Wochen alles vorbereitet: Markierungen auf dem Boden und an viele Türen aufgeklebt, Absperrbänder, Pfeile, Plexiglasscheiben angebracht, das Lager mit zwei großen Kühlschränken für den Impfstoff und einen Filmraum mit 35 Stühlen hergerichtet.

Einen Lagerraum für Impfstoff und Materialien besichtigt Landrat Christoph Göbel. 

Eine Stunde für das Impfen einkalkulieren

Hinzu kommen zahlreiche Ruheräume für eine Verschnaufpause nach der Prozedur. „Manche werden wohl nach fünf Minuten wieder nach Hause können, einige, je nach Vorerkrankung und Gesundheitszustand, werden bis zu 30 Minuten beobachtet“, erklärt der leitende Arzt des Impfzentrums, Georg Maier. Daher muss man also eine Stunde einkalkulieren für das Impfen. Darum kann auch die Anzahl der Impfungen nicht wahllos gesteigert werden, zumal jeder nach 28 Tagen ein zweites Mal zum Vollschutz geimpft werden muss. „Wir haben genügend Personal, auch viele ehemalige Ärzte haben sich bei uns gemeldet, denn das Patienten-Gespräch, das muss ein Arzt ausführen – alles andere, inklusive des Pieks, können wir an Fachpersonal delegieren“, sagt Maier. Allerdings, so verrät er, gibt es eine Möglichkeit, die Prozedur deutlich abzukürzen. Wer nach dem Fiebermessen am Eingang und nach der Datenkontrolle, ob man auch wirklich angemeldet ist, das Video des Bundesgesundheitsministeriums angesehen hat und über die Risiken einer Impfung informiert ist, kann im Formular ein Kreuz machen und auf das Arztgespräch verzichten. „Wer das macht, ist natürlich deutlich schneller durch“, sagt Maier.

Dem Impfteam gehören 35 Personen, inklusive Ärzte, an, täglich können in zehn Stunden bis zu 350 Personen geimpft werden.

Vor der Impfung findet ein Arztgespräch in diesem Raum statt: Der ärztliche Leiter des Impfzentrums, Dr. Georg Maier, beschreibt den Ablauf des informellen Arztgespräches und wie die Impfung dann abläuft.

Noch keine Infos zur Terminvergabe

Von Seiten der Malteser ist alles vorbereitet für das große Impfen. „Wir haben allerdings noch keinerlei Information, wie wir mit der ersten Gruppe der zu Impfenden überhaupt in Kontakt treten. Melden die sich bei uns, oder melden wir uns bei denen?“, fragt Göbel, wobei leichte Kritik mitschwingt, denn ohne Termin darf keiner kommen. Daneben fehlt auch noch die einheitliche Software aus dem Ministerium, mit der alle Patienten erfasst und ans RKI gemeldet werden. „Der Impf-Videofilm fehlt auch noch – und das Wichtigste: der Impfstoff“, sagt Göbel. Sobald alles da ist, dauert es laut Göbel dann zwei Tage, bis es losgehen kann.

Die beiden weiteren Impfzentren entstehen in Unterschleißheim und Oberhaching (wir berichteten). In Unterschleißheim wird das Bayerische Rote Kreuz das Impfzentrum leiten, in Oberhaching die Johanniter.

Hier im Eingangsbereich erfolgt die An- und Abmeldung. Haars Bürgermeister Andreas Bukowski und Grasbrunns Rathauschef Klaus Korneder lassen sich vom ärztlichen Leiter, Dr. Georg Maier, das System erklären.

Bis zu 1300 Tests am Tag

Die Malteser in Haar verantworten seit einigen Monaten an der Wasserburger Straße auch die zentrale Corona-Teststation des Landkreises. Bis zu 1300 Tests werden an einem Tag durchgeführt. „Es ist gut, dass der Landkreis auch das Impfzentrum hierher vergeben hat, es ist ausreichend Platz, ohne dass sich Testwillige und zu Impfende in die Quere kommen. Wir sind ein eingespieltes Team, das alle Abläufe mehrfach durchgetestet hat“, sagt Malteser-Geschäftsführer Dieter Wünsche.

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