Das Kieswerk der Firma Mühlhauser bei Haar zwischen Salmdorf und Gronsdorf.
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Seit 60 Jahren wird an dem Werk der Firma Mühlhauser bei Salmdorf Kies verarbeitet. Viele Haarer wünschen sich ein absehbares Ende.

Wegen Verkehrsbelastungg

Striktes Nein zur Kieswerk-Erweiterung

  • Günter Hiel
    vonGünter Hiel
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Die Gemeinde Haar lehnt die Erweiterung des Kieswerks Mühlhauser um zusätzliche Betriebs- und Lagerflächen strikt ab. Das hat der Bauausschuss einstimmig beschlossen.

Haar – Der Gemeinderat Haar hatte zwei Wochen zuvor bereits das Ausbaggern zusätzlicher Flächen zwischen den Dörfern Salmdorf und Gronsdorf abgelehnt, jetzt wandte sich der Bauausschuss gegen eine Erweiterung des Werks um Lager- und Betriebsflächen.. „Hier liegt ein Ärgernis vor, das immer größer wird“, sagte Ulrich Leiner (Grüne). Kies ist ein natürlicher Rohstoff aus der Region, der Münchner Schotterebene, räumte Leiner ein. „Aber dieses Kieswerk an dieser Stelle lehnen wir ab.“

Kieswerk Gronsdorf: Genehmigungsbehörde ist das Landratsamt

Genehmigungsbehörde ist allerdings das Landratsamt. Weshalb die Gemeinde die übergeordnete Behörde auffordert, die Anträge des Quetschwerks Mühlhauser abzulehnen. Und zumindest im Falle der zusätzlichen Betriebs- und Lagerflächen sieht sich Haar in einer guten rechtlichen Position, weil das im Bebauungsplan nicht vorgesehen ist und die kommunale Planungshoheit berührt. Wegen der Verkehrsbelastung wollen viele Haarer, dass der Kiesabbau und die Verarbeitung dort an der Leonhard-Strell-Straße nach 60 Jahren langsam mal zum Ende kommen und die Flächen renaturiert werden.

Bürgrmeister Bukowski sieht das Hauptproblem in der Verkehrsbelastung

Bürgermeister Andreas Bukowski (CSU) sieht das Hauptproblem in der Verkehrsbelastung durch die Kieslaster, da eine Werkstraße fehle. Kies als Rohstoff werde an sich gebraucht, und als sich das Quetschwerk 1959/60 in Haar angesiedelt habe, sei es zunächst wohl gelitten gewesen. Die Gemeinde wolle auch nicht als gewerbefeindlich gelten, mahnte er. Bukowski versucht, auf dem Verhandlungsweg mit der Geschäftsführung des Werks und Landrat Christoph Göbel eine Lösung für die Verkehrsproblematik zu finden. Fairerweise müsse man sagen, dass das Unternehmen die Straßen regelmäßig kehre, wie es die Auflagen vorsehen.

Peter Schiessl (SPD) möchte noch einmal geklärt haben, welche Auflagen das Landratsamt dem Kieswerk gemacht hat, ob diese eingehalten werden und wie es mit der Kontrolle aussieht. Was die beantragte Erweiterung des Quetschwerks um zusätzliche Betriebs- und Lagerflächen betrifft, vertritt die Gemeinde die Position, dass dies den Festsetzungen des Bebauungsplans widerspricht und deshalb planungsrechtlich unzulässig ist.

Rohstoffe sollen herantransportiert und zwischengelagert werden

Außerdem würde diese Erweiterung nicht dazu dienen, die direkt am Standort ausgebaggerten Rohstoffe weiterzuverarbeiten. Aus den Antragsunterlagen ergebe sich eindeutig, dass auf den zusätzlichen Flächen fast ausschließlich zugekaufte Rohstoffe gelagert werden sollten, bevor diese weiterverarbeitet werden. Sprich Rohmaterial wird erst angeliefert, zwischengelagert, verarbeitet und dann wieder abtransportiert. Was noch mehr Verkehr bedeuten würde. Die Gemeinde argumentiert, dass zusätzliche Erweiterungs- und Lagerflächen unzulässig sind, „weil hier vor allem beziehungsweise ausschließlich mit zugekauften Rohstoffen, also nicht innerhalb des Bebauungsplangebietes gewonnenen Rohstoffen, gearbeitet werden soll“.

Auch den Bau einer neuen Entstaubungsanlage hat das Quetschwerk beantragt. Wofür die Gemeinde ebenfalls ihre Zustimmung verweigert. Es sei denn das Unternehmen erkläre unmissverständlich, dass damit keine Erweiterung der Betriebsflächen und der Betriebszeiten verbunden seien. Jetzt ist das Landratsamt am Zug.

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