637 000 Euro fließen wohl in den Umbau der Sportanlage an der Vockestraße, die die TSV-Fußballer nutzen.
+
637 000 Euro fließen wohl in den Umbau der Sportanlage an der Vockestraße, die die TSV-Fußballer nutzen.

Satte Fördergelder

Sanierung zum Nulltarif: Umbau von Sportanlagen kostet Gemeinde fast nichts

  • Bert Brosch
    vonBert Brosch
    schließen

Die Haarer können sich wohl auf zwei komplett sanierte Sportanlagen freuen. Und das gleich doppelt: Die Gemeinde kostet die Modernisierung so gut wie nichts.

Haar – Zwei sanierte Sportanlagen und das fast zum Nulltarif – ein Angebot, bei dem die Gemeinde Haar zuschlagen will. Sowohl den Sportpark Eglfing als auch die Sportanlage an der Vockestraße will die Kommune komplett modernisieren. Die Kosten dafür würden zu 90 Prozent gefördert werden.

Voraussetzung für den hohen Zuschuss – 75 Prozent kommen vom Bund und 15 Prozent vom Freistaat – ist, dass die Anlagen zu einem großen Teil der Allgemeinheit zur Verfügung stehen, nicht nur dem Vereinssport. Wie Sportreferent Oliver Eberle im Bauausschuss erläuterte, standen 2020 Fördergelder von insgesamt 25,7 Millionen Euro bereit, von 2021 bis 2023 sollen es sogar 110 Millionen Euro im Jahr sein. Nicht gefördert werden demnach Schulsportstätten und Schwimmbäder, auch keine städtebaulichen Gesamtmaßnahmen. Dafür gebe es aber Geld für die Sanierung und den Ausbau der Sportstätten. „Besonders berücksichtigt werden dabei die Belange von Umwelt- und Klimaschutz sowie die Barrierefreiheit“, ergänzte Eberle. Noch könne man sich für das Programm gar nicht bewerben, doch es sei sinnvoll, wenn die Gemeinde bereits jetzt die Weichen stelle. Bewilligen Freistaat und Bund die Gelder, muss man bei der Bezirksregierung Baupläne nämlich umgehend einreichen.

57.000 Euro statt 570.000 Euro

Ausgesucht hat Eberle als Projekte die beiden Sportanlagen. Die im Ortsteil Eglfing wurde ab 1993 gebaut und 1996 komplett inklusive Racketpark in Betrieb genommen. Die 400-Meter-Tartanbahn besteht seit 25 Jahren, sie könnte noch fünf Jahre genutzt werden, dann wäre eine komplette Sanierung notwendig. Die 13 Tennis-Sandplätze müssen laut Eberle alle 20 bis 25 Jahre grundsaniert werden, um deren Spiel- und Wettkampffähigkeit zu erhalten. „Das wäre demnächst fällig, wir würden dann Kunststoff-Allwetterplätze bauen, die ganzjährig bespielt werden können“, sagte er. Vier der Plätze würden von allen Bürgern, auch ohne Mitgliedschaft im Tennisclub, genutzt werden. Ebenso sollen ein kleines Fußballfeld, Basketballfelder, Trainings- und Fitnessparcours für die Allgemeinheit gebaut werden. Bei dem ganzen Projekt kalkuliere man mit rund 570 000 Euro, bekommt die Gemeinde die Förderung, wären es für sie nur ein Investment von 57 000 Euro.

Die Sportanlage an der Vockestraße, in den 1950er-Jahren gebaut und bis in die 90er-Jahre als Schulsport- und Vereinssportanlage dienend, nutzen heute die Fußballer des TSV Haar. Deren Umkleidekabinen sind nicht barrierefrei, sie befinden sich im Keller des Jugendfreizeitheims „Route 66“. Daher sollen neue, barrierefreie Kabinen gebaut werden. „Die Tartanbahn ist alt und muss ebenso wie die Tribünenanlage saniert werden“, erklärte Eberle. „Wir wollen einen Teil der Gesamtanlage für die Öffentlichkeit und das Freizeitheim öffnen.“ Entstehen sollen Fitnessstationen, ein Kunstrasenfeld und eine Boulderwand. Hier beliefen sich die Kosten auf rund 637 000 Euro. Eberle: „Das sind meine Ideen, ich stehe aber neuen Vorschlägen sehr offen gegenüber.“

Peter Schießl (SPD) fragte, ob die Gemeinde wirklich zwei neue 400-Meter-Bahnen brauche, ob da nicht eine ausreiche. Eberle stimmte zu, „die echte Detailplanung macht aber der Architekt“. Speziell die Kletterwand und der Trimm-Dich-Pfad gefielen Katharina Dworzak (SPD). Beides würde stark nachgefragt werden, „und dann alles für die Öffentlichkeit, das finde ich gut“. Das sah nicht nur sie so: Einstimmig beschloss der Bauausschuss das Sanierungskonzept für die Sportstätten.

Weitere Nachrichten aus Haar und dem Landkreis München finden Sie hier.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare