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Zu fünf Jahren Haft verurteilte das Landgericht München I einen 21-jährigen Messerstecher. 

Prozess

Urteil gefallen: Fünf Jahre Haft für Baustellen-Messerstecher

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Bei einem Streit auf einer Baustelle in Haar ist ein 21-Jähriger mit einem Messer auf einen Mechaniker losgegangen. Deshalb musste er sich wegen versuchten Totschlags vor Gericht verantworten. Jetzt ist das Urteil gefallen.

Haar – Das Landgericht München I hat eine ungewöhnliche Attacke zweier Bauarbeiter gegen einen Autofahrer mit einer Freiheits- und einer Bewährungsstrafe belegt. Der Jüngere (21) der beiden Männer wurde wegen gefährlicher Körperverletzung zu fünf Jahren Haft verurteilt, dessen Vater (49) kam mit einer Bewährungsstrafe von anderthalb Jahren davon. Ursprünglich war der jüngere sogar wegen versuchten Totschlags angeklagt.

Beengte Straßenverhältnisse, ein schief aufgefasster Blick aus dem Auto und einfach zu viel Arbeit: Im Mai 2019 gingen in Gronsdorf zwei Männer auf einen Automechaniker los. Der startete gerade mit einem Kundenwagen zu einer Probefahrt und musste wieder einmal wegen der Baustelle über den matschigen Grünstreifen ausweichen.

Messer in Bauch und Gesäß gestochen

Vielleicht hatte er schon die nachträgliche Säuberungsaktion der Bodenwanne vor Augen, und vielleicht warf er den Bauarbeitern mehr als nur einen tadelnden Blick zu. Auf jeden Fall eskalierte die Situation bei seiner Rückkehr derart, dass er aus dem Auto gezerrt wurde, Schläge verpasst bekam, und der Jüngere ihm ein Messer in Bauch und Gesäß stach.

Erst bei der Rückkehr auf den Autohof bemerkte er die Schwere der Verletzungen. Die beiden Angeklagten hatten stets den Ablauf der Attacke bestritten, hatten behauptet, der 35-Jährige hätte wutentbrannt auf sie losgehen wollen, doch am Ende erkannte das Landgericht ihre Schuld an.

Vom Vorsatz des versuchten Totschlags wich die erste Strafkammer des Landgerichts München I unter Vorsitz von Richterin Elisabeth Ehrl allerdings ab.  

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