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So geht's richtig: Die Ferdinand-Kobell-Straße erinnert an einen Maler aus Mannheim, der kein Adeliger war.

Verwirrspiel um einen Straßennamen

Haar - Die Haarer kennen ihre Ferdinand-Kobell-Straße: Sie liegt als Ringstraße am Rand des Jagdfeldgebiets, schlängelt sich dort am Wald entlang. Hier gibt es Bungalows, Reihenhäuser, Wohnanlagen, und ein paar Hochhäuser. Doch die wenigsten kennen die skurrile Geschichte, die sich um die Straße rankt. Denn sie hieß einmal anders.

Und eigentlich hätte sie sowieso ganz anders heißen sollen. Klingt kompliziert, ist es auch irgendwie. Zumindest gibt es einige Verstrickungen, Änderungen, Missverständnisse rund um diese Straße. 

Aber von vorne: 1971 suchen die Gemeinderäte in Haar fleißig Straßennamen für das gerade entstehende Jagdfeld-Neubaugebiet. Alle Straßenbenennungen hatten etwas mit Wald, Feld, Flur und Jagd zu tun: von der Jagdgöttin Diana bis hin zum wilden Wiesel. So kam es, dass für die Ringstraße ein spezieller Namensvorschlag im Raum stand: Die Gemeinderätin und Tierärztin Gertraud Brandl schlug Franz von Kobell als Namenspatron vor. Der war der Maler und Autor des Stücks „Der Brandner Kasper schaut ins Paradies“ – und zudem ein Jagdfreund von König Ludwig. Passte also gut in diese Ecke. 

Dann hatte Gertraud Brandl 1972 eine Auszeit vom Gemeinderat. Und da passierte es: Irgendwie wurde aus dem Franz ein Ferdinand – doch Ferdinand Kobell ist ein heute weitgehend unbekannter Mannheimer Modemaler. Und als solcher passt er nicht wirklich in die Haarer Wald-Wiesen-Jagd-Ecke. Gertraud Brandl war blank entsetzt, als sie in ihr Amt zurückkehrte – fand sich aber schließlich mit dem Fehler ab. Doch eine Korrektur gab es dann trotzdem. 

Schließlich hatte man ja gleich einen doppelten Fehler gemacht: Aus dem Franz wurde ein Ferdinand, das adelige „von“ im Namen des Franz blieb dem Ferdinand aber erhalten. Kurzum: die Haarer Straße hieß „Ferdinand-von-Kobell-Straße“. Der Adel wurde der Straße also auf Beschluss des Gemeinderats wieder genommen, schon in den 1970er-Jahren. Doch es gibt ein paar Bewohner, die diesem Beschluss bis heute trotzen: Auch wenn die Straßenschilder, auf Geheiß des einstigen Bürgermeisters Willy Träutlein, längst ausgetauscht sind, so sind die Schilder mit den Hausnummern zum Teil noch adelig. Wie ein Relikt aus einer anderen Zeit.

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