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Wenn das Klopapier knapp wird: Verstopfungsgefahr in der Kläranlage

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Von: Josef Ametsbichler

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Ins Klo darf nur Toilettenpapier. Taschentücher, Küchenpapier oder Tampons sind Gift für die Rohre. © Gemeindewerke Haar

Mit Sorge beobachtet Walter Dürr, der Chef der Haarer Gemeindewerke, dass den Supermärkten immer noch wegen Hamsterkäufern das Klopapier ausgeht. Seine Befürchtung: Die Bürger könnten ersatzweise niesfeste Schnäuzware, saugstarke Küchenrolle oder hautschmeichelnde Feuchttücher mit aufs stille Örtchen nehmen.

Landkreis – „Durchschnupfsicher“ ist ein Wort, das der Welt noch gefehlt hatte, bis es sich ein namhafter Taschentuch-Hersteller zu Werbezwecken ausdachte. So erwünscht diese papierne Robustheit auch sein mag, wenn die Nase läuft – für andere ist sie ein Problem.

Mit Sorge beobachtet Walter Dürr, der Chef der Haarer Gemeindewerke, dass den Supermärkten immer noch wegen Hamsterkäufern das Klopapier ausgeht. Seine Befürchtung: Die Bürger könnten ersatzweise niesfeste Schnäuzware, saugstarke Küchenrolle oder hautschmeichelnde Feuchttücher mit aufs stille Örtchen nehmen. Und diese dann in Massen in Dürrs Herrschaftsbereich spülen, in die Haarer Kläranlage.

Entfesslungskünstler im Klärbecken

„Das ist ein Dauerproblem, kein Phänomen der Coronazeit“, sagt Dürr. Doch jetzt könnte noch mehr reißfestes Papier als sonst in die Becken schwemmen, sich gemeinsam mit Tamponfäden um die Pumpen schlingen und zu reißfesten Zöpfen winden. Im schlimmsten Fall bedeutet das: Die Kläranlage leidet an Verstopfung. „Das wäre schlecht“, diagnostiziert Dürr trocken. Schließlich seien seine Leute von den Stadtwerken in Corona-Zeiten ohnehin ausgelastet, es gilt ja auch noch eine Trinkwasserversorgung aufrechtzuerhalten. Die Mitarbeiter dann noch am besten nachts oder am Wochenende als Entfesslungskünstler ans Klärbecken zu schicken – bitte nicht.

Abgesehen von Toilettenpapier ist nahezu alles tabu

Walter Dürr appelliert darum an die Vernunft der Bevölkerung. „Für eine Entsorgung über die Toilette ist abgesehen von Toilettenpapier nahezu alles tabu“, schreibt der Gemeindewerke-Chef in einer Pressemitteilung. Das gelte neben reißfesten Papiersorten, Hygiene- und Putzartikeln auch für Medikamente sowie Öle und Fette. Denn auch letztere können zu Blockaden führen, der Fachmann spricht dann vom „Fettberg“ – einem Problem, vor dem auch Privatleute übrigens nicht gefeit sind. So manche Abwasserverrohrung oder Hebepumpe reagiert auf ungeeignetes Spülgut mit unschönen Abführbeschwerden.

Darum und auch im Interesse der Kläranlagen darf also nur Klopapier ins Klo. Der Rest passt besser in die Restmülltonne. 

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