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Süßer Klavierspieler, der sich am Wanderklavier in Haar versucht.

„Zamma“-Kulturfestival

Ein Klavier wandert durch Haar

Mitten auf dem Bürgerstein steht in Haar ein Klavier. Es fordert jeden auf: „Spiel mich“. Dahinter steckt ein cleverer Werbegag.

Haar – Ein Klavier steht auf dem Bürgersteig mitten an der Leibstraße in Haar. Ein Wanderklavier. Und das wird rege genutzt. Musik erfüllt das Zentrum. Das Wanderklavier ist zum einen Werbeträger für das „Zamma“-Festival, das am Wochenende startet, zum anderen ist es ein echter Hingucker. Kinder und Erwachsene bleiben stehen und beäugen – oft erstmal aus sicherer Entfernung – das Klavier. Zaghaft setzen sich dann die ersten davor und beginnen – mal mehr, mal weniger geübt – ihre Finger über das schwarz-weiße Tastenband fliegen zu lassen.

Vor allem Kinder interessiert das große Instrument besonders und sie folgen der Einladung gern, die auf einer Seitenwand des Klaviers steht: „Spiel mich.“ Schon bald sammelt sich eine kleine Menschenmenge, die nicht schlecht staunt: Man kennt ja Straßenmusiker mit allerlei Instrumenten, aber ein großes und mehrere hundert Kilo schweres Klavier ist darunter eher selten. An ihm sind Programmhefte für das Festival angebracht, und so trauen sich die meisten, auch mal in die Tasten zu greifen.

Die Idee zu dieser besonderen Werbeaktion stammt von Claudia Erl, die für die Gemeinde Haar das „Zamma“-Festival mitgestaltet: „Eine durchweg positiv besetzte Aktion. Es ist nicht laut, es stört nicht, es ist einfach nur schön“, sagt die Gemeindemitarbeiterin. Entstanden ist die Idee beim Ideentag für „Zamma“ im April 2016. Die Grundidee war eigentlich ein gemeinsames Singen jeden Abend mit jemandem, der gut Klavier spielen kann. „Aber es hat sich keiner zur Besetzung gefunden, das hat mich die ganze Zeit gewurmt“, sagt Erl. Und so schlug sie das Wanderklavier vor. Ein passendes Instrument war schnell gefunden, ganz in der Nähe und für 150 Euro.

Die größere Hürde war der Transport, wie die 46-Jährige berichtet. Aber auch hierfür fand sich eine Lösung: Das Ehepaar Andrea und Franz Linzmaier zieht das Klavier alle zwei Tage mit ihrem Lastwagen, der über einen Kran verfügt, von einem zum nächsten Standort. Seit knapp drei Wochen ist das gute Stück nun schon in Haar unterwegs. „Das ist mein Vertrauensmoment an die Haarer“, sagt Erl. Aber sie hat „nur positive Rückmeldungen bekomme, und alles hat super geklappt“. Das Klavier funktioniert und kommt gut an. Und weil es so schön ist, soll das Klavier auch während des Festivals bleiben. Wahrscheinlich steht es dann an der Mittelschule. Klavierspieler sind dort immer willkommen.

Julia Traut

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