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Maschinentiere laufen durchs Zentrum.

Wenige Haarer Aussteller, Handwerker und Künstler

Zu viel Kitsch bei der Künstlermeile 

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Richtig viel los war bei der Künstlermeile in Haar. Doch es gab Kritik: zu viel Billigware auswärtiger Anbieter. Die machte eine Herde riesiger Maschinentiere aber wett.

Haar – Bis 17 Uhr hielt das Wetter: Tausende Besucher konnten am Sonntag in aller Ruhe an den 150 Ständen der Künstlermeile vorbeispazieren. Aber: Dominierten in den vergangenen Jahren die Haarer Vereine und Künstler, waren sie heuer deutlich in der Minderheit. Dafür gab es sehr viele Stände mit Billigangebot. Diese Konstellation kam bei den echten Künstlern gar nicht gut an. „So viel Ramsch hatten wir noch nie“, schimpfte eine Schmuck-Designerin. „Eine Künstlermeile ist das nicht“, sagte eine Kollegin.

Wer heimische Künstler mit Handgefertigtem suchte, der musste sich erst an Billig-Schals und -Gürteln, Socken, Brillen, Schmuck und Deckchen vorbeikämpfen. Keiner dieser Aussteller war Hersteller oder Künstler aus der Region. Hinzu kamen viele Firmen, die Englisch, Teakwondo oder Thai-Massagen anboten.

Doch es gab sie, die Einheimischen. Die „Bürgerstiftung Haar“ kredenzte kühle Getränke und warb für ihre karitative Tätigkeit. „Der Crodino schmeckt sauguat, den musst probieren“, lud Alfred Feicht ein. Wettgemacht wurde das Billig-Angebot ebenso durch beeindruckende Aktionen. Wie etwa durch eine Herde Maschinentiere aus München. Sie lieferte eine sensationelle Show. Die Künstlergruppe „foolpool“ schweißt alte Fahrrad-Teile zu riesigen Tieren zusammen. Zehn alte Räder benötigen die Mitglieder für ein Tier, das sie dann mit Motoren ausstatten. Zwei futuristische „Knechte“ zogen mit ihrer Herde gemächlich durch das staunende Publikum um den Kirchenplatz.

Kerry Bolder schlenderte in verschiedenen Kostümen durch die Menschenmenge und jonglierte mit großen und kleinen Glaskugeln. Exzellente Equilibristik zeigte auch Severin (14) vor dem Bürgerhaus mit seinem „Diabolo“. Er war ein Teil der großen Akrobatik-Show des TSV Haar: Kindertanz, tänzerische Früherziehung, moderner Hip Hop, Bauch- und Trommeltanz, afrikanischer Tanz, Step Dance sowie Tänze aus Hawaii und Polynesien zeigten die enorme Bandbreite im Verein und wurden von den Zuschauern begeistert honoriert. Beim ADFC konnte man sein Fahrrad registrieren lassen, im Zelt des Bayerischen Spielearchivs neue Spiele ausprobieren.

Wer Hunger und Durst hatte, der konnte aus dem Vollen schöpfen: Das Angebot reichte von Drachenblut und „Grünem Frosch“ bei der Nachbarschaftshilfe Haar, über thailändische Spezialitäten, Bauernrosen bis hin zu nordzypriotischen Spezialitäten. Einer der wenigen heimischen Anbieter hier: der Bürgerverein Ottendichl, der Makrelen am Steckerl anbot. „240 haben wir vorbereitet“erzählte Markus Brandmeier, während Feuermeister Heinz-Josef Reiser die Fische drehte.

Belagert von den Kleinsten war das „Theater im Bus“ mit Kasperle-Geschichten. Die Eltern freuten sich an der exzellenten Live-Musik mit „Bateria Z“, „Living Musik Box“ und den „Munich Lounge Lizards“. Bei „Wasteland“-Rock und der „Jeni Williams Group“ trotzten nur noch Hartgesottene dem Regen.

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