Alle schnippeln mit: Die Kinder schneiden mit (vorne v.l.) Bürgermeister Helmut Dworzak, Kinderhausleiterin Renate Hüttinger, Zweite Bürgermeisterin Gabriele Müller und Pfarrer Joachim Rohrbach das rote Band durch. Foto: Rammelsberger

Raus aus den Notunterkünften

Haar - Aus dem evangelischen Kindergarten in Haar ist das Evangelische Haus für Kinder geworden. „Nach einem Jahr in den Notunterkünften freuen wir uns sehr, nun endlich in die neuen Räume ziehen zu können", sagt Renate Hüttinger, Leiterin der Einrichtung.

„Haus für Kinder“ - der Name steht in roten Buchstaben auf einem silbernen Schild außen an dem generalsanierten Haus in der Waldluststraße in Haar zu lesen. Das völlig neu konzipierte Gebäude entspricht den aktuellen pädagogischen Anforderungen des Bayerischen Bildungsplans und behergt zudem eine neue Gruppe mit 14 Krippenkinder ab 18 Monaten.

Der feierliche Tag begann mit einem Familiengottesdienst in der Jesuskirche. Gemeinsam mit Pfarrer Joachim Rohrbach und dem Team der Einrichtung bauten die Kinder aus Schachteln und Kartons sinnbildlich ein Kindergartenhaus in der Kirche auf. „Es braucht Mut etwas Neues anzufangen und dieses dann auch mit Inhalten zu füllen“, sagt Renate Hüttinger. Bürgermeister Helmut Dworzak richtete beim anchließenden Sektempfang Grußworte an die Gäste und schnitt gemeinsam mit der Architektin Ulrike Steinhauser, dem Team und den Kinder das rote Band durch. Als besonderes Geschenk übergab Dworzak Holzbretter an die Kinder, für den Aufbau eines kleinen Gartenhauses im Außengelände.

Das ehemalige Kindergartengebäude ist innen nicht wieder zu erkennen. Die Böden, Decken und Wände wurden umstrukturiert und erneuert, einzig und allein die Grundpfeiler und das Dach blieben erhalten. So entstand ein offenes Raumkonzept mit einer großen Eingangshalle, einem Bauraum, einem Kreativraum, einem Musikraum und einer Bibliothek.

„Das neue Haus bedeutet, dass wir die zeitgemäße Pädagogik, Kinder individuell in einem offenen System zu bilden, optimal umsetzen können“, sagt Hüttinger. Die Räumlichkeiten haben sich bereits bewährt, die Einrichtung befindet sich bereits seit November letzten Jahres in dem neuen Haus. Laut Hüttinger merkt man den Kinder an, dass sie froh sind, dass die Zeit in den Notunterkünften in der Unterkirche, im Turnraum und im Container vorbei ist. Die Kleinen toben durchs neue Haus, am liebsten sausen sie von der Empore über die große Rutsche hinunter in das Untergeschoss. Die Rutsche dient im Notfall auch als Fluchtweg.

Laut Hüttinger hatte aber auch die Bauphase ihre Vorteile: „Die Kinder haben die Bauzeit miterlebt, sowohl den Schreiner, den Glaser und alle anderen Handwerksbetriebe haben sie vom Bauzaun aus beobachtet.“ Das Haus für Kinder betreut derzeit 105 Kinder ab eineinhalb Jahre. Mit dem Leitsatz des Kindergartens „Schön, dass du da bist“ können sich die Kinder aufgehoben und geborgen fühlen. Im Vordergrund der Erziehungsarbeit steht das offene Bildungskonzept, bei dem die Kinder je nach Interesse über Spielort, Spielpartner und Bezugspädagogin selbst entscheiden.

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