Wer so untertänig bittet – der muss Erhörung finden. Auf dem Dreikantholz bitten und trinken (v.l.) Fähnrich Peter Erhart, Kassiererin Rita Neujean sowie der Zweite und Erste Schützenmeister Hans Grass und Peter Hartmann. Foto: Rammelsbergr

Scheitelknien wie die armen Sünder

Haar - Auf einem harten Dreikantholz mussten die Haarer Schützen im Gronsdorfer Schützenheim knien. Kein Mangel an Gastfreundschaft, sondern Tradition: So wollten sie die Kameraden aus dem Ortsteil Gronsdorf erweichen, die Patenschaft für ihre Fahnenweihe zu übernehmen.

Vor 120 Jahren entstand in Ramersdorf eine Fahne, die später an die Schützengesellschaft Haar überging und dort lange Zeit ihren Dienst tat. 1923 war sie so verschließen, dass sie erneuert werden musste, 1963 noch einmal die gleiche Prozedur. Das ist aber auch schon wieder fast 50 Jahre her, was man der Fahne auch ansieht. Und so hat die Vorstandschaft der Schützengesellschaft Haar einstimmig den Kauf einer neuen Fahne beschlossen. Für alle drei Fahnen hatten bisher die Gronsdorfer Schützen die Patenschaft übernommen, und so pilgerten die Haarer nach Gronsdorf zum traditionellen Patenbitten.

Die Haarer brachten nicht nur als Brotzeit Würste und Schinken mit, appetitlich an einer langen, von zwei Mann getragenen Stange baumelnd, sondern auch ein Fass Bier und vor allem ihren Bürgermeister Helmut Dworzak mit seiner Frau. Darüber hinaus brachten sie gleich ihr eigenes Folterwerkzeug mit, ein hölzernes Dreikantholz, auf dem ihre Vorstandschaft zu knien hatte, während sie darum bat, die Patenzusage von Gronsdorf zu bekommen. „Scheitlknien“ heißt das - und es ist so unbequem, wie es sich anhört.

Die ganze Geschicht: In der Montagsausgabe des Münhnr Merkur, München-Land Nord.

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