Freude im Töpferraum: Die Töpfergruppe der Volkshochschule hat eine eigene Werkstatt bekommen. Fotos(2): BB

Haarer Poststadl eingeweiht: Prächtiges Herzstück in der Ortsmitte

Haar - Der Poststadl in Haar ist eröffnet - und steht für eine Zeit, in der es der Gemeinde Haar finanziell besser geht als heute. Umso größer ist die Freude über das gelungene Projekt in der Ortsmitte.

„Ein Jahr später und wir hätten diesen Bau aus finanziellen Gründen so ganz bestimmt nicht mehr gebaut - doch ich bin unheimlich stolz und glücklich, dass ich den neuen Poststadl eröffnen darf“, sagte Haars Bürgermeisterin Gabriele Müller (SPD) bei der Eröffnung.

Mit ihr feierten nicht nur sehr viele Bürger der Gemeinde, sondern auch der Landtagsabgeordnete Peter Paul Gantzer (SPD), Landrat Christoph Göbel, Müllers Amtsvorgänger Helmut Dworzak (SPD), Architekt Gert Goergens mit seinem Team sowie Vertreter der Mieter im neuen Haus: Volkshochschule, Musikschule, Bürgerstiftung, Familienzentrum, Griechische Gemeinde, „Hand in Hand“ sowie Mieterverein.

„So richtig viele fröhliche und glückliche Anlässe zum Feiern hatte ich in den vergangenen Monaten ja nicht. Doch eine der schönen politischen Altlasten, die mir mein Vorgänger Dworzak hinterlassen hat, ist dieser Poststadl“, sagte Müller und spielte damit auf die Debatten rund um den Hochhaus-Bürgerentscheid an.

Nun aber Poststadl: Das Gebäude runde nach zwei Jahren Bauzeit das Erscheinungsbild der Ortsmitte von Haar ab und sei der „letzte Baustein des Sanierungskonzepts des Architekturbüros ,Goergens und Miklaus' aus den 1970er-Jahren“, sagte sie. Gemeinderat und Planer seien den Weg konsequent zu Ende gegangen, der mit dem Umbau des alten Feuerwehrhauses zum Rathaus eingeschlagen wurde. Entstanden seien, so die Bürgermeisterin, „Räume und Außenanlagen, die Funktionalität mit Stil und Nachhaltigkeit verbinden und Nutzern wie Besuchern eine hohe Aufenthaltsqualität bieten“.

Sie freue sich sehr, dass so viele wichtige Organisationen aus den Bereichen Bürgerbildung und -engagement aus Haar im neuen Haus ihre Heimat gefunden haben. „Auch wenn wir den alten Poststadl nicht erhalten konnten, so findet man doch sehr viele optische Merkmale wieder. Allerdings war es Glück, dass wir dieses Haus beschlossen haben, als es uns finanziell noch sehr gut ging - heute könnten wir so ein 14 Millionen-Projekt nicht mehr stemmen“, sagte Müller.

Landrat Göbel erinnert sich gut an den alten Poststadl und sagte, es sei wirklich toll, dass die Gemeinde Haar „so ein modernes und tolles Gebäude“ daraus gemacht hatbe. „Ich weiß, dass hier auch ein sehr ehrgeiziges Energie-, Licht- und Lüftungskonzept realisiert wurde, was natürlich teuer war - aber das sich langfristig auszahlen wird. Und irgendwann werden die Gewerbesteuer-Einnahmen auch in Haar wieder sprudeln.“

Architekt Gert Goergens blieb es vorbehalten auf die technischen Feinheiten einzugehen. „Vorab möchte ich sagen, wie es mich mit meinem Team freut, dass die politisch Verantwortlichen, wie auch die Bürger offensichtlich genau sehen, was wir hier realisieren wollten: das alte Ortszentrum mit dem alten Baustil - aber so modern wie möglich.“ Im Jahr 1974 sei er erstmals mit seinen Ideen nach Haar gekommen, bis 1983 habe es gedauert, bis auch der Gemeinderat diese verstanden habe und umsetzen wollte. „Man kann nicht immer nur abreißen und neu bauen, wir wollen Geschichte erhalten, den Dialog von Alt und Neu.“ Als klar war, dass der 150 Jahre alte Poststadl von der Bausubstanz zu marode und vom Raumangebot zu klein war, da ließ Goergens Fenster, Fassaden, Türen, Balken und Räume ganz exakt analysieren. „Daraus haben wir einen Baukasten entwickelt und den neuen Poststadl damit gebaut - was auch unter Architekten-Kollegen nicht unumstritten war“, erklärte Goergens.

Mit 14 Millionen Euro Baukosten bei einer Gesamtnutzfläche von 5730 Quadratmetern sei man zwar um rund 500 000 Euro teurer als in der Kostenschätzung vorgesehen, doch während der Bauphase sei vieles zu verändern gewesen, sagte der Architekt. Gemeinsam mit den Außenanlagen und der Kunst am Bau habe Haar mit dem Poststadl etwas „absolut Einmaliges, Außergewöhnliches und Unverwechselbares“ erhalten.

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