Haching plant Europacupturnier und bangt um Patrick Schwaack

- Nächste Saison wirft ihre Schatten voraus: Düren lockt den Außenangreifer

VON UMBERTO SAVIGNANO Unterhaching - Zwei Tage hatten die Volleyballer des TSV Unterhaching Zeit, um nach den aufregenden Ereignissen von Friedrichshafen auszuspannen, dann scharte sie Trainer Mihai Paduretu wieder zum Üben um sich. "Für die Spieler läuft diese Saison weiter, für die Funktionäre hat die nächste schon begonnen", weiß der Trainer, dass sich auch nach dem großen Saisonhöhepunkt, den das Finalturnier um den DVV-Pokal am Bodensee zweifellos bedeutete, niemand im Verein eine allzu lange Atempause gönnen darf.

Schließlich hegen die Hachinger ehrgeizige Pläne: Im Falle der Top-Team-Cup-Teilnahme, die für den TSV gesichert wäre, wenn der VfB Friedrichshafen nach dem Pokalsieg über Unterhaching auch die Meisterschaft holt, wollen sie Ende November das Erstrunden-Turnier mit vier Mannschaften ausrichten - entweder im Münchner Raum oder in der Gabor-Halle zu Rosenheim, die 1500 Zuschauer fasst. Dort tragen die Hachinger am kommenden Mittwoch (20 Uhr) schon mal ein Testspiel gegen den VC Olympia Berlin aus.

Auch in Sachen Personalplanung wirft die nächste Spielzeit bereits ihre Schatten voraus. Der TSV ist auf der Suche nach einem erfahrenen Angreifer, Ligakonkurrent evivo Düren lockt hingegen Außenangreifer Patrick Schwaack mit einem Angebot. "Die Jagd auf die Spieler hat begonnen", weiß Paduretu, der aber dennoch gelassen bleibt: "Noch ist das nichts Ernstes".

Gerade nach dem DVV-Pokalturnier am Bodensee, bei dem der TSV als Zweiter so gut wie nie zuvor in einem Wettbewerb auf nationaler Ebene abschnitt, kommen solche Offerten für Paduretu wenig überraschend: "Wenn so ein Spieler wie Patrick kein Angebot bekäme, wäre etwas verkehrt."

Aber nicht nur sportlich, auch abseits des Spielfelds ließen die Hachinger in Friedrichshafen aufhorchen: Michael Mayers Biss in das Ohr von Patrick Schwaack war auch beim ersten Training danach noch Gegenstand der Diskussion. "Aus einem Witz ist ein Unfall geworden", erklärt sich Paduretu den Aussetzer seines Kapitäns, der "nicht ohne Konsequenzen" bleiben werde. Welche Folgen Mayer gewärtigen muss, wollte der Coach jedoch nicht verraten: "Das wird intern geregelt. Aber in Zukunft muss er schon aufpassen." Zumal Mayer ja den Traum hegt, irgendwann als Profi in Italien zu spielen, und dort, so macht Paduretu deutlich, "bist du bei sowas raus."

Abgesehen von dieser unerfreulichen Epsiode zog der Trainer - trotz der klaren 1:3-Finalniederlage gegen den VfB Friedrichshafen - eine absolut positive Pokal-Bilanz: "Es war ein großer Erfolg. Wir haben uns immerhin so gut wie sicher für den Europapokal qualifiziert."

Somit kann die Mannschaft der Fortsetzung der Bundesligasaison relativ gelassen entgegen sehen. Richtig ernst wird es für Mayer, Schwaack und Co. erst wieder in gut einer Woche, wenn am Sonntag, 9. Februar, ausgerechnet Friedrichshafen in Unterhaching gastiert.

Am kommenden Wochenende hat der TSV spielfrei und wird deshalb den zweiten Tabellenplatz an den SCC Berlin verlieren, sollte dieser seiner Favoritenrolle in den Nachbarschaftsduellen gegen die Kellerkinder Volley Dogs und den VC Olympia gerecht werden. Paduretu, der die Spielpause am Samstag zu einem Abstecher nach Bozen zum italienischen Pokalhalbfinale nutzt, zerbricht sich über die aktuelle Platzierung aber ohnehin nicht den Kopf. "Im Moment ist der dritte Platz realistischer als der zweite. Unser Ziel ist ein Platz unter den ersten vier am Ende der Punktrunde und danach das Erreichen des Play-off-Halbfinales."

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