Hachings Volleyballer melden für die Bundesliga - vorläufig

- Immer noch fehlen 100 000 Euro für den Etat 2004/2005

VON UMBERTO SAVIGNANO Unterhaching - Die Neuigkeit war eigentlich keine mehr: In den vergangenen Wochen hatte sich bereits abgezeichnet, dass der TSV Unterhaching sein Volleyball-Team zum Stichtag 1. April für eine weitere Bundesligasaison anmelden würde. Diesen Schritt haben die Verantwortlichen nun offiziell vollzogen, zumindest vorläufig. "Wir haben gemeldet, doch die finanzielle Lage ist unverändert", betont Manager Dietmar Neugebauer, dass dem Verein nach wie vor 100 000 der insgesamt 300 000 Euro des für eine weitere Bundesliga-Spielzeit als notwendig erachteten Budgets fehlen. Bis zum 30. Juni muss der TSV dieses Geld auftreiben oder sich doch noch aus dem Oberhaus zurückziehen.

Jüngste Gespräche mit der Gemeinde und Firmenvertretern haben bei Hachings Volleyballern die Zuversicht geweckt, in den verbleibenden drei Monaten die finanzielle Grundlage für einen Verbleib der Mannschaft in Deutschlands Elite zu schaffen. So haben einige Unternehmen, die den TSV bereits unterstützen, zugesagt, verstärkt bei der Suche nach weiteren Sponsoren mitzuhelfen. "Und auch die Gemeinde hat uns signalisiert: Lasst den Kopf nicht hängen!", so Neugebauer. Nun ist also der Antrag gestellt, die Hoffnung lebt, doch leichter wird die Arbeit selbst dann nicht, wenn die Mannschaft das anstehende Play-off-Viertelfinale gegen den SV Bayer Wuppertal (Heimspiel am morgigen Mittwoch Abend um 20 Uhr an der Jahnstraße, Rückspiel und eventuelle Entscheidungspartie am Samstag bzw. Sonntag in Wuppertal) übersteht. In diesem Falle wäre der TSV für den Europacup qualifiziert, der im Volleyballsport allerdings nichts einbringt, sondern sogar zusätzliches Geld kostet, 15 000 Euro mindestens. "Wir müssten dann schauen, ob wir einen Sponsor finden, der uns das finanziert", weiß Neugebauer. Vor dieser Saison hatten die Hachinger trotz sportlicher Berechtigung auf den internationalen Wettbewerb verzichtet. Eine Entscheidung hierüber sei ebenfalls im Juni fällig, so Neugebauer.

Die ungewisse Zukunft des TSV erschwert zudem die Personalplanungen für eine mögliche weitere Saison erheblich. "Wir werden uns zwei Tage nach unserem letzten Play-off-Spiel mit den Spielern zusammensetzen", kündigt Trainer Mihai Paduretu an. Sein Team kann diese Frist also selbst verlängern, zunächst durch einen Erfolg über Wuppertal bis Ostern. Sollte der TSV gar das Meisterschaftsfinale erreichen, würden diese Sondierungsgepräche erst Ende April beginnen. Paduretu glaubt, dass das Gros der Mannschaft auch danach noch die weitere finanzielle Entwicklung beim TSV eine Weile beobachten würde, ohne sich gleich anderen Klubs zuzuwenden: "Sieben bis acht Spieler wären wohl bereit, bis Anfang Juni zu warten." Bis dahin gilt es neue Finanzquellen zu erschließen, denn die Hoffnung allein wird dann nicht mehr helfen.

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