Angestoßen haben am Rande des Empfangs die Unterföhringer CSU-Ortsvorsitzende Rita Koller-Goetz, Ministerin Christine Haderthauer, CSU-Kreisvorsitzender Ernst Weidenbusch und die Landtagsabgeordnete Karin Schreyer-Stäblein. Foto: gefö

Haderthauer: "Deutschland muss umdenken"

Ismaning/Unterföhring - Sozialministerin Christine Haderthauer unterwegs im Landkreis - und in der Mission, den Menschen das gesellschaftliche Leben zu erklären.

Bayerns Sozialministerin Christine Haderthauer lernte den Münchner Norden gründlich kennen. Nacheinander besuchte sie als jeweiliger Ehrengast die Neujahrsempfänge der CSU in Unterföhring und Ismaning.

Vor allem versuchte sie, den Menschen die Lust auf Familie mit auf den Weg zu geben. Haderthauer zeigte den guten Weg Bayerns auf, „denn wir haben fast Vollbeschäftigung im Land“.

Der Wirtschaft stellte die Ministerin die Frage, ob diese wirklich ausländische Fachkräfte benötigen oder vielleicht doch nur billigere Arbeitskräfte bekommen wolle. Christine Haderthauer fordert, dass Deutschland das soziale System reformieren müsse statt solche Forderungen zu verfolgen. Sie fragt sich auch, „ob sich die Wirtschaft nach dem Mensch richtet oder der Mensch nach der Arbeitswelt“. Manche Jugendliche mit Migrationshintergrund gehen nach ihrer Aussae beispielsweise in Türkei, weil sie „hier den falschen Namen haben und nicht einmal zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen werden. Hier benötige Deutschland ein Umdenken in den Köpfen, da manche junge Menschen mit „anderen“ Namen in Deutschland geboren worden seien und nichts anderes als dieses Land kennen würden. Die Sozialministerin präsentierte sich als Powerfrau und steht selbst für das Beispiel, wie Frauen Familie und Beruf unter einen Hut bringen können. „Wenn sie 40, kinderlos und männlich sind, dann sind sie der Liebling eines jeden Personalers“, spottete sie. Mit Sorge blickt sie auf „das typisch deutsche verkrampfte Verhältnis zur Familie“. Sie sei für Kinderkrippen, aber diese Betreuung vor dem Kindergartenalter ersetze keine Mütter. Sie wünscht sich eine neue Wertschätzung der Familie: „Früher wünschte man einem jungen Paar gesunde Kinder und heute muss man sich für diesen Wunsch schon rechtfertigen.“

In Unterföhring gab es ein geteiltes Echo auf die Rede. Die jüngeren Zuhörer waren sehr angetan, während der eine oder andere ältere Unterföhring enttäuscht reagierte. Die Senioren sahen sich in der Rede nur als Faktor der Alterspyramide und vermissten eine kleine Würdigung ihrer Lebensleistungen. nb

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