1. Startseite
  2. Lokales
  3. München Landkreis

Halbtagsstelle reicht nicht für gute Schulsozialarbeit

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

- Betroffene betonen Bedeutung ihrer Aufgabe und warnen vor Kürzungen

Oberschleißheim (lia) - Sollte im Rahmen der Sparmaßnahmen von Landkreis und Kommunen die Arbeitszeit von Gerhard Ziesel, Schulsozialarbeiter der Hauptschule Unterschleißheim, von 38,5 auf 17,5 Wochenstunden gekürzt werden, dann hätte die Stadt einen Schulsozialarbeiter weniger. "Bei 17 Stunden würde ich die Arbeit nicht machen wollen", sagt Ziesel. In dieser knappen Zeit wäre keine qualitativ gute Arbeit möglich.

Sonja Pappenberger, Schulsozialarbeiterin der Volksschule Oberschleißheim, und Max Haberl, Schulsozialarbeiter in der Hauptschule Kirchheim, stimmten ihrem Kollegen da bei einem Pressegespräch gestern in der Volksschule Oberschleißheim an der Jahnstraße zu. Bei einer Halbtagsstelle müsste sich der Schulsozialarbeiter auf Krisenintervention beschränken, beispielsweise bei Drogenkonsum oder sexuellem Mißbrauch von Jugendlichen. Das mache aber nur einen kleinen Teil der Schulsozialarbeit aus, neben Beratung, Integration und Prävention.

Mit dem Pressegespräch wollten die drei Schulsozialarbeiter die Notwendigkeit ihrer Aufgabe noch einmal betonen. Vor allem die Finanzierung der Arbeitsstelle von Haberl ist für nächstes Jahr noch nicht geklärt. Trotzdem mache er weiter wie bisher. Wenn er sein Engagement angesichts seiner gefährdeten Stelle jetzt immer weiter einschränke, dann hätte er keinen Spass mehr an der Arbeit.

Das besondere der Schulsozialarbeit ist auch, dass sie direkt in der Schule ansässig ist und so einen frühen Zugriff auf die Jugendlichen hat, falls Probleme entstehen. Oftmals ist die Hemmschwelle für die Jugendlichen niedriger, den Schulsozialarbeiter aufzusuchen, als zu einer Einrichtung beispielsweise des Jugendamtes zu gehen. Grundlage einer erfolgreichen Arbeit sei Vertrauen, und Vertrauen zu schaffen, brauche Zeit und könne nur durch die tägliche Präsenz der Mitarbeiter ermöglicht werden, sagt Pappenberger. Außerdem, fügt Ziesel hinzu, halten sich die Schüler an keinen Kalender. "Wenn es ein Problem gibt, muss das gleich gelöst werden."

Auch interessant

Kommentare