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Sein Spitzname ist „Danger“: Wenn er in Tornähe kommt, wird’s für jeden Gegner gefährlich – auf die Wurfgewalt von Top-Torjäger Johannes Borschel setzt der TSV Unterhaching beim Final-Four-Turnier um den Molten-Cup.

Handball BHV-Pokal

Haching greift nach dem Cup

Unterhaching - Haching will vor heimischer Kulisse den Cup: Zum ersten Mal haben die Handballer des TSV Unterhaching heuer das „Final Four“ des bayerischen Handball-Pokalwettbewerbs erreicht.

Besondere Würze erhält das „Molten-Cup“-Finalturnier, weil die heimischen Bayernliga-Werfer es in eigener Halle austragen dürfen. Für die Hachinger ist es der Handball-Höhepunkt zum Jahresabschluss: Am Samstag (19.12.2015) wird in der Hachinga-Halle der Pokal-Gewinner traditionell in zwei Halbfinalpartien und anschließend im Endspiel der beiden Halbfinalsieger ermittelt. 

Für die Hachinger geht es um 14 Uhr um den Finaleinzug. Die Verbands-Auslosung hat dem Team von TSV-Trainer Marco Müller zum Auftakt mit dem Liga-Konkurrenten TSV Haunstetten gleich den von der Papierform schwersten Gegner beschert. Ab 16 Uhr wird in Halbfinale zwei zwischen Bayernliga-Aufsteiger TV Erlangen-Bruck um dem Landesligisten HSG Dietmannsried-Altusried der zweite Finalist ermittelt. Ab 18.30 Uhr herrscht schließlich Finalstimmung in der Grünau. 

„Wir freuen uns unglaublich auf das Finalturnier und wollen den Pokal unbedingt gleich in der heimischen Halle behalten“, gibt sich Marco Müller trotz starker Konkurrenz angriffslustig.

In den sozialen Netzen laufen die Anmeldungen prächtig. Auch viele Vereine aus der Region wollen Zuschauer-Delegationen nach Unterhaching entsenden. Dazu hat der TSV beste Kontakte auch zur nahen Flüchtlingsunterkunft am Landschaftspark. „Da werden uns wieder, wie zuletzt in der Liga, viele Trommler nach vorne peitschen“, hofft der Hachinger Taktik-Chef auf reichlich phonetische Unterstützung für das große Ziel. 

Besonders baut Müller aber auf sein Team. Bis auf den privat absenten Linksaußen Jochanan Hermann kann Haching mit Bestbesetzung um Bayernliga-Toptorjäger Johannes Borschel antreten. 

Die Gegner der Heimmannschaft haben es allesamt in sich. Aus fast 90 Mannschaften haben sich die Finalisten unter die letzten vier vorgearbeitet. Unterhaching musste fünf Gegner bezwingen und überzeugte beim Vorschlussrundenfinale gegen Landesligist Rödertal mit einem 31:21-Erfolg. Gespannt sind die in der Bayernliga nach zuletzt drei sieglosen Spielen auf Rang zehn abgesackten Grünhemden besonders auf den Cup-Halbfinalgegner. Denn der TSV Haunstetten ist nicht nur Augsburgs größter und stärkster Handballverein mit einem Damen-Team in der 2. Bundesliga und einer tollen Nachwuchsarbeit. Auch das Aushängeschild „Erste Herren“ kann sich sehen lassen. In der Liga ist man nach verheißungsvollem Start und anfänglichen Aufstiegshoffnungen derzeit auf Rang fünf immer noch klar vor den Hachingern platziert. „Besonders mit deren aggressiver und sehr beweglicher 3:1-Deckung müssen wir klarkommen“, weiß Müller um die Herausforderung.

Auch offensiv haben die Schwaben einiges zu bieten. Der Rückraum mit dem liga weit viertbesten Werfer Alex Horner (71 Tore in 11 Partien) und dem starken Patrick Fuchs überzeugt ebenso wie der wendige Rechtsaußen Sebastian Smotzek. „Eine sehr erfahrene und geschlossene Mannschaft, die mein geschätzter Kollege Michael Rothfischer aufs Parkett schicken kann“, zeigt Müller viel Respekt vor dem erwartet starken Gegner. 

Wie die Fuggerstädter zu besiegen sind, hat Haching freilich vor wenigen Wochen beim Ligaduell in Haunstetten durch einen souveränen 31:25-Erfolg schon einmal bewiesen. 

Weniger gut lief es für Hachinger zuletzt beim Heimspiel gegen Bayernliga-Neuling Erlangen-Bruck, den potenziellen Finalgegner also. Beim 34:34 vor eigener Kulisse hatten die Grünen sogar noch Glück. „Unbequem, gefährlich und schwer ausrechenbar“, so Müllers Einordnung der Mittelfranken. „Selbstbewusst“ darf man ergänzen. Den jüngsten 36:31-Auswärtssieg des Liga-Elften in Anzing kommentierten die Brucker auf ihrer Homepage mit den Worten: „Wir haben die Anzinger Löwen im eigenen Käfig dressiert.“ Das Team mit dem Spitznamen „Brooklyn United“ agiert besonders über die Flügelzange gefährlich. Das rechte Duo Kohler und Schwandner steuerte in Anzing alleine 18 Tore für das Team des erfahrenen Coaches Ben Ljevar bei. 

Krasser Außenseiter des Finalturniers ist ob der geballten Bayernliga-Power die im Ligabetrieb eine Etage tiefer aktive HSG Dietmannsried-Altusried. „Der größte Fehler wäre, dieses Team zu unterschätzen“, weiß Müller nach reichlich Videostudium. „Eine sehr erfahrene und begeisterungsfähige Mannschaft mit vielen Akteuren, die bereits höherklassig unterwegs waren.“ Zudem verfügt der in der Liga sechstplatzierte Pokal-Underdog mit dem Ungarn Csaba Horvath über einen ausgefuchsten Coach und per eigens gechartertem Fan-Bus wohl auch über reichlich stimmgewaltige Unterstützung.

Harald Hettich

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