Harsche Kritik an Ude

Ismaning/Unterföhring - Mit deutlichen Worten haben die Bürgermeister Michael Sedlmair (Ismaning) und Franz Schwarz (Unterföhring) ihrem Amtskollegen Christian Ude beim Thema Express-S-Bahn widersprochen.

Im Regen war Münchens mächtiger OB Ude kürzlich über den S-Bahnhof Englschalking gestapft und referierte vor einer fast 20 Minuten verschlossenen Bahnschranke darüber, dass nach dem Tod des Transrapid nun die Express-S-Bahn kommen müsse als Anbindung des Flughafens an die Landeshauptstadt. In München sahen seine Planspiele eine vierspurige, unterirdische Linie S 8 vor.

In Udes Konzept kamen die nördlichen Nachbarn Unterföhring und Ismaning nur kurz vor. Hier gebe es bereits Tunnel und keine Probleme. Die dortigen Bürgermeister sehen das aber anders. Einem vierspurigen Ausbau der S 8 unter Unterföhring erteilt Gemeindechef Schwarz eine klare Absage. "Eine Erweiterung auf vier Spuren wäre Utopie", sagt er und blickt auf den Bahnhof, "durch den die Express-Bahn schon alleine aus Sicherheitsgründen nicht mit 80 Stundenkilometern durchfahren kann".

Ähnlich sieht es in Ismaning aus. "Die Gleise bei uns auszubauen ist ein Unding", sagt Bürgermeister Sedlmair, "da haben zigtausend Ismaninger etwas dagegen". Im Falle des medienwirksamen Auftrittes von Ude sagt er, dass die Gedanken der Stadt München "ein planerischer Schnellschuss" gewesen sein könnten. Sedlmair sieht für die Verbesserung der Flughafen-Anbindung an die Stadt eine andere Option durch die Einführung eines Zehn-Minuten-Taktes auf der Linie S 8. Diese Verdichtung sei genau dann möglich, wenn die Stadt München den Güterverkehr zwischen Johanneskirchen und dem Ostbahnhof auf andere Schienen brächte.

"Die Express-S-Bahn ist doch nur die zweitbeste Lösung", pflichtet ihm Schwarz bei. Auch er würde sich den Zehn-Minuten-Takt wünschen. "Wenn der Takt so bei der S 1 und der S 8 kommt, hätten wir von München zum Flughafen den Fünf-Minuten-Takt. Für die Route vom Airport in die Stadt über Ismaning und Unterföhring schlägt Schwarz vor, dass jede zweite Bahn am Ostbahnhof endet. "Dann könnte der zehnminütige Betrieb ohne großen Aufwand und unabhängig von der zweiten Stammstrecke in der Innenstadt umgesetzt werden."

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