Noch ist der Blick ungetrübt: Robert und Sandra Fröhlich, hier mit Sohn Johannes (7), befürchten Probleme mit Windkraftanlagen im Hofoldinger Forst. foto: kko

Hart am Wind

Sauerlach - Sauerlach - Die Anwohner der Kleefeldstraße protestieren gegen mögliche Windräder im Hofoldinger Forst. Sie finden: zu nah.

Die Kleefeldstraße liegt im Außenbereich von Sauerlach, führt von der Staatsstraße 2573 direkt ins Grüne. 124 Hektar Grund des Hofoldinger Forstes sollen hier zur Nutzung für Windkraft ausgewiesen werden. Zu nah sagen die Anwohner und formierten eine Interessengemeinschaft. Im Gemeinderat hatte der Protest vorerst keinen Erfolg. „Wir Kleefelder kämpfen weiter und werden, falls nötig, dagegen klagen“, sagt Robert Fröhlich (48). Er ist Sprecher der Interessengemeinschaft mit zwölf Anwohnerfamilien.

Die schmale Straße führt durch Felder, verbindet das nahe Lochhofen mit dem Gelände des Sportvereins SV-Arget. Die Fröhlichs haben hier ein schmuckes Haus mit Garten, Platz zum Spielen für ihre Kinder im Alter von sechs und sieben. Ungetrübte Natur. Seit 1993 wohnen sie hier. Erst aus dem Münchner Merkur haben sie von den Plänen der Gemeinde gelesen, in relativer Nähe eine Konzentrationszone für Windkraftanlagen auszuweisen. Die Kommune will so die „Verspargelung“ ihres Hoheitsgebiets verhindern.

Die Kleefelder indessen fühlen sich ausgegrenzt. Schattenschlag der Rotorblätter, Lärm, optische Beeinträchtigung der Landschaft, Wertminderung der Grundstücke. Vieles spricht für sie gegen die Platzierung der Anlagen. Zudem handele es sich bei der Fläche um ein Vogelschutzgebiet. Sehr problematisch die Distanz: Viel zu nah an der Wohnbebauung, so die Gemeinschaft. „Der westliche Rand der ausgewiesenen Fläche ist von den ersten Häusern nicht weiter als 500 Meter entfernt“, sagt Fröhlich und argumentiert: „Entsprechend der 10H-Regelung darf ein 200 Meter hohes Windrad minimal zwei Kilometer von der nächsten Wohnbebauung entfernt stehen“.

Genau diese Regelung aber ist für die Anwohner der Haken. „In der Kleefeldstraße gibt es keinen Bebauungsplan, deswegen ist die 10H-Regelung hier nicht relevant“, argumentierte Bürgermeisterin Barbara Bogner (UBV) im Gemeinderat. Grundlage dieser Berechnung ist die Gesamtlänge eines Windrades multipliziert mit zehn. Zudem läge die Straße im Außenbereich. In der Vorlage für die Beschlussfassung heißt es noch, dass gemäß der angewandten Methodik für Außenbereichsgebäude als Ausschlussfläche ein Abstand von 400 Metern und als Abwägungsfläche 700 Meter zum Anlagenrand angenommen werden. „Tatsächlich wird die erste Anlage zwischen 1200 und 1500 Meter weg von den Häusern sein, falls dort überhaupt Windräder hinkommen.“

Die weiteren Einwände seien ausreichend berücksichtigt worden. Im Vorfeld hatte die Gemeinde den Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München mit der Überprüfung geeigneten Grunds in Sauerlach beauftragt. Als einzig mögliche Fläche blieb die Teilfläche im Hofoldinger Forst, gelegen zwischen Grafing und Arget, nahe der Autobahn A8. Die Konturen ähneln der Zahl Eins. Etwa sieben Windkraftanlagen könnten hier entstehen, falls weitere Bestandsprüfungen keine Ausschlusskriterien bieten, wie etwa naturrechtliche Belange.

Die Gemeinde Sauerlach ist Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Windallianz Hofoldinger Forst (Arge), zu der weiterhin die Kommunen Brunnthal und Aying (Landkreis München) sowie Otterfing (Landkreis Miesbach) gehören. Eine Änderung der Planung hat die „Interessengemeinschaft Kleefeldstraße“ im Gemeinderat nicht erreicht. Das Anliegerschreiben bleibt im weiteren Beteiligungsverfahren aber weiter auf dem Tisch.

Kathrin Kohnke

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