Hauptschule bewirbt sich für „9+2“-Modell

Taufkirchen - Die Hauptschule Taufkirchen möchte seinen Schülern künftig die Möglichkeit bieten, die Prüfung zur Mittleren Reife abzulegen.

Die Schule hat sich deshalb beim Kultusministerium als Versuchsschule für die Initiative „9+2“ beworben. Schulleiterin Gabriela Heckenstaller stellte dem Kulturausschuss jetzt die Initiative vor, die bisher nur an einer Hauptschule in Aising bei Rosenheim erprobt wird. „9+2“ steht dafür, dass nach dem Quali zwei zusätzliche Jahre folgen, anstatt nur ein Jahr wie beim M-Zug. Die Schüler haben so insgesamt elf Jahre Zeit, um die Mittlere Reife zu erlangen. Nach Heckenstaller wäre dieses Modell ideal für die Hauptschule. Sie glaubt, dass so mehr Schüler Zugang zu einem mittleren Bildungsabschluss hätten als bisher.

Die Taufkirchner Hauptschule hat bisher keinen M-Zug. Jugendliche, die nach dem Quali die Mittlere Reife machen wollen, müssen auf die Hauptschule Unterhaching oder auf die Wirtschaftsschule wechseln. Heckenstaller glaubt, die Hemmschwelle, nach dem Quali weiterzumachen, wäre für ihre Schüler geringer, wenn sie in Taufkirchen bleiben könnten: Erstens aufgrund der Wohnortnähe, zweitens, weil sie dann nicht aus ihrem Schulverband herausgerissen würden.

Die Schulleiterin sieht weitere Vorteile von „9+2“: So hätten die Schüler in zwei Jahren mehr Zeit, um sich einerseits den Stoff für die Mittlere Reife anzueignen, andererseits aber auch Zusatzqualifikationen zu erwerben. Heckenstaller denkt an Informatik, Buchführung und Bewerbungstrainings. Kurz: Die Bildungsgerechtigkeit würde steigen und der „Schritt in die Berufswelt“ leichter fallen.

Der Kulturausschuss sprach sich einstimmig dafür aus, die Hauptschule zu unterstützen – auch, um die Attraktivität der Hauptschule zu erhöhen. „Wenn alle anderen Schulen um uns herum zu Mittelschulen werden, leidet die Attraktivität“, so Bürgermeister Jörg Pötke (ILT).

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