Haushalt mit Hausaufgaben

Taufkirchen - Um die Finanzlage zu stabilisieren, muss sich Taufkirchen darum bemühen, neuen Firmen anzusiedeln

Taufkirchen - Oberkante Unterlippe: Im Spätsommer stand Taufkirchen das Wasser noch bis zum Hals. Jetzt scheint Land in Sicht: Der Haushalt 2016 steht auf soliden Beinen. Das Wunder von Taufkirchen?

Der Haushaltsplan ist wie ein Kontoauszug. Endlose Zahlenkolonnen, die auf ein Ergebnis hinweisen: Bleiben ein paar Cent fürs Sparbuch übrig? Oder muss der Spargroschen aufgelöst werden, damit der Geldbeutel flüssig bleibt? In Taufkirchen bleibt am Ende nächsten Jahres ein kleines Plus fürs Sparkonto übrig: rund 70 000 Euro. Damit dieser Überschuss überhaupt zustande kommt, haben Politik und Verwaltung gerechnet, gestrichen und gekürzt. „Jetzt ist der Haushaltsentwurf für 2016 solide“, bilanzierten Bürgermeister Ullrich Sander (parteifrei) und sein Finanzchef Jan Modrzinski im Finanzausschuss. Insgesamt jonglieren die Taufkirchner im kommenden Jahr mit einem Verwaltungshaushalt über 33,8 Millionen Euro.

Für Kommunen sind Steuereinnahmen wichtige Säulen. Bei der Einkommensteuer brummt’s in Taufkirchen, bei der Gewerbesteuer lahmt’s: In diesem Jahr ist die Gewerbesteuer um rund drei Millionen Euro eingebrochen. Um nicht wieder auf dem harten Boden der Tatsachen zu landen, hat die Gemeinde ihre aktuelle Gewerbesteuer-Prognose nach unten korrigiert: Im neuen Haushalt sind nur acht Millionen angesetzt. 2015 waren es noch 9,7 Millionen.

Entsprechend ernst waren die Warnungen im Finanzausschuss: „Wir müssen uns verstärkt darum kümmern, neue Betriebe anzusiedeln“, mahnten Rathauschef Sander und Vize-Bürgermeister Alfred Widmann (SPD) unisono. Kämmerer Modrzinski machte deutlich, dass der Haushaltsausgleich „nur durch erhebliche Streichungen und Kürzungen“ funktioniert. Also kein Wunder, sondern schlicht der Rotstift.

Die Änderungen vom ersten Entwurf bis zur aktuellen Fassung waren so umfangreich, dass sich der Leiter der Finanzen eine dezidierte Änderungsliste sparte: Er schickte das Zahlenwerk lieber gleich ein zweites Mal an die Politiker, die dann die Aufgabe hatten, Posten für Posten zu vergleichen. Diese Fleißaufgabe missfiel einigen Politikern. Michael Lilienthal (FW) ist berufstätig und „nicht in passiver Altersteilzeit“. Ihm fehle die Zeit, das durchzuarbeiten: „Meiner Funktion als Kontrollorgan kann ich nicht nachkommen.“

ee

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