Hecke verbrannt, Versicherung bleibt eiskalt

- Drei Unterschleißheimer Familien kämpfen um Entschädigung in Höhe von 1300 Euro

Unterschleißheim (fra) - Einen Stapel von Forderungen, Schreiben und Antwortbriefen hat Monika Eichstädter mittlerweile. Und vor allem hat sie eine beschädigte Hecke, die sie am liebsten jedem zeigen würde, der sie besucht. "Schauen Sie, bis auf den Stamm runter sind die Bäume kaputt. Die erholen sich doch nie wieder. Und wir haben so viel Arbeit in diese Pflanzen gesteckt." Neben Wut macht sich bei Monika Eichstädter langsam auch Frustration breit.

Anfang April wurden bei Staßenbauarbeiten auf etwa 150 Metern die Hecken im Unterschleißheimer Furtweg durch heiße Abgase einer Maschine beschädigt. Jetzt zieht sich ein etwa 20 Zentimeter hoher, verbrannter Streifen über die gepflegten Hecken der Familien Eichstädter, Depner und Engert. Und die Versicherung des Straßenbauunternehmens will für den Schaden nicht in dem Maße aufkommen, wie es sich die geschädigten Parteien vorstellen. Eichstädter ist aufgebracht: "Ich finde die ganze Sache absolut unmöglich. Erst kommt jemand und beschädigt unser Eigentum und dann fühlt sich niemand verantwortlich."

Wertminderung oder Schadenersatz?

Noch am Tag der Beschädigung verwies das Bauunternehmen die betroffenen Familien an seine Versicherung. Und seit dieser Zeit kämpfen die Geschädigten mit Unterstützung von Rechtsanwalt Jost Kutscher um eine angemessene Entschädigung.

Das Problem liegt in den unterschiedlichen Einschätzungen des Schadens. Die Versicherung geht davon aus, dass lediglich eine Wertminderung der Hecken vorliegt, die mit einer Zahlung von höchstens 280 Euro abgegolten werden kann. Die Betroffenen sind jedoch der Meinung, dass die Thujen sich von dem Schaden nicht mehr erholen und somit eine Neupflanzung nötig sei, was rund 1300 Euro kosten würde. Monika Eichstädter weiß nicht mehr weiter: "Wir waren mit unserem Problem schon bei der Stadt, haben ein Gutachten erstellen lassen und stehen ständig mit der Versicherung in Kontakt - ohne Ergebnis."

Der Streit scheint sich allerdings im Kreis zu drehen. Zunächst forderte die Versicherung ein Gutachten einer Gartenbaufirma. Doch als dieses erbracht war, stand im Antwortschreiben des Sachbearbeiters: "Die Beurteilung der Firma basiert unseres Erachtens auf Eigeninteresse, da diese Firma den Auftrag zum Austausch erhalten möchte." Die Vertreter der Versicherung wollen zum Rechtstreit keine Stellung nehmen.

Anwalt Kutscher ist sich sicher, dass ein gerichtliches Verfahren seinen Klienten Recht geben würde. Allerdings ist davon auszugehen, dass ein Vergleich vorgeschlagen werden würde, der die Hälfte der Gerichtskosten auf die Kläger übertragen würde. Diese Kosten wollen die Familien nicht auf sich nehmen. "Wir wissen nicht wie es weitergeht. Der Sachbearbeiter der Versicherung lässt einfach nicht mit sich reden. Aber unserer Meinung nach ist der Fall mit einer Zahlung von 280 Euro nicht abgetan. Es geht hier einfach ums Prinzip", betont Monika Eichstädter.

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