Herbstsingen: Kurze Tage, lange Unterhosen

Unterhaching - Herbstliche Stimmung kam für die Freunde der leiseren Töne beim Herbstsingen in der Hachinga-Halle auf. Eingeladen hatte dazu der Trachtenverein D’Hachingertaler.

Das Herbstsingen soll das nach 33 Jahren eingestellte Frühjahrssingen durch eine gleichwertige Veranstaltung ersetzen. Zum Erfolg des Abends trugen fünf Gruppen bei: der Haushamer Bergwachtgsang, die Weintröpfe Musi und Gsang, die Virginia Blos, der Hachingertaler Dreigesang und der „Boarische Harfendreiklang“, allesamt Ensembles, die bayerische Volksmusik auf höchstem Niveau spielen.

Durch den Abend führte Gustl Bauer, für den allein es sich schon gelohnt hätte zu kommen. Er ist seit 15 Jahren Mitglied der Münchner Turmschreiber und Autor zahlreicher Bücher. Grandios sind nicht nur seine Texte, sondern auch sein Vortrag.

Mit einem zünftigen Marsch eröffnete die „Virginia Blos“ mit Marinus Strasser (Flügelhorn), Klaus Lerner (Basstrompete), Lorenz Strasser (Posaune), Christian Huber (Ziach), Simon Rothmayer (Harfe) und Tobias Winkler (Bassgeige) den musikalischen Reigen.

Perfekt trugen ihren weichen Klang Flügelhorn und Basstrompete in die Halle, die in der Volksmusik anstelle von Trompeten eingesetzt werden. Als Posaune wird eine Ventilposaune gespielt, sonst käme der Spieler mit Ziehen gar nicht hinterher, bei dem Tempo der Stücke.

Musikalischer Reigen mit guter Akustik

Ausgezeichnet war die Akustik der Hachinga-Halle, die vor einigen Jahren mit einer speziell eingezogenen Decke ausgestattet wurde. Da ließ der „Haushamer Bergwachtgsang“ mit Anderl Leidgschwendner, Andreas Leidgschwendner, Sepp Grundbacher und Martin Riedl mit „Auf der Oim werds scho staada“ herbstliche Stimmung aufkommen. Die Bergwachtler sind nicht nur Gewinner diverser Volksmusik-Preise, sondern durften neben zahlreichen Auftritten bei Hoagartn, Heimatabenden, Rundfunk und Fernsehen im Sommer 2012 sogar den Ehrenabend zum 85. Geburtstag von Papst Benedikt XVI. in Castel Gandolfo mitgestalten.

Als „D’Hachingertaler Dreigsang“ anstimmt „Auf Micheli zua“ und „Aber aus is min Summa“, sieht man die Tage kürzer werden und den Nebel aufziehen. Die Gruppe ist ein Unterhachinger Eigengewächs mit Monika Kulemann, Angelika Billeriß und Andreas Trost, die seit 1989 zusammen singen.

Um die Liebe geht es, wenn die Burschen um ihre Madl freien, besungen wird dies in den Stücken „S Diandl is harb auf mi“, „Und sie liabt schon an andan“ oder auch „Diandl bist stolz oda kennst mi net“. Da spielt der „Boarische Harfendreiklang“ Landler, Walzer und Polka auf, dass es eine Lust ist. Die Gruppe ist im besten Sinne „vielsaitig“: Regina Bauer, die auch noch in diversen anderen Formationen spielt, und Sophie Kreuzer sind studierte Harfenistinnen und Tobias Kätzlmeier spielt Kontrabass.

Die „Weintröpfe Musi und Gsang“ sorgten mit einer schneidigen Achatz-Polka und einem Walzer für heimelige Stimmung. Diese hervorragenden Musikanten um die Familie von Hermann Oswald aus Aying-Göggenhofen waren mit Kontrabass, Gitarre, Geige, Ziach, Posaune und Harfe. Die 150 Zuhörer, die größtenteils in Tracht gekommen sind, stimmten die Lieder und Texte sehr behutsam auf den Herbst ein. Gustl Baur brachte es in seiner Geschichte „Herbstln tuats“ aus dem Buch „Blaadl im Wind“ auf den Punkt: „De Tag san kürzer worn und d Unterhosen dafür wieder länger.“

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