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Die Gemeinschaft war alles für den Haarer Leo Picha. Und so bemühte er sich auch sehr um die Gemeinde-Partnerschaft mit dem Ahrntal.

Nachruf auf Leo Picha

Das Herz eines Unermüdlichen hat aufgehört zu schlagen

Leo Picha lebte für die Gemeinschaft, engagierte sich in zahlreichen Vereinen und Gremien. Jetzt ist er mit 75 Jahren gestorben. Mit ihm verliert Haar einen Mann, der im Ort tiefe Wurzeln geschlagen hat.

Haar Jeder Ort kann sich glücklich schätzen, wenn in ihm Menschen leben, ohne die viele Feste nicht hätten gefeiert werden können. Ohne die alte Traditionen eingeschlafen wären. Menschen, die direkt kommunizieren, unkompliziert Fäden spannen, verbindlich sind und vor allem selbst anpacken. Ehrenamtlich, mit großem Engagement – und wie selbstverständlich. Ein Mensch wie Leo Picha. Ein Mann für Haar, der am Mittwoch im Alter von 75 Jahren gestorben ist.

Die Böllerschützen, die Wanderfreunde, der Christkindlmarkt und das Faschingstreiben, die aktive Partnerschaft mit dem Ahrntal, insgesamt sieben aufgestellte Maibäume, die gute Kommunikation unter den Haarer Vereinen und zudem 24 Jahre Mitglied des Gemeinderats: All das, und weit mehr, geht auf die Kappe von Leo Picha. Er hat den Ort und die Gemeinschaft geprägt.

Über den Bodensee nach Haar

Und dabei war er gar kein gebürtiger Haarer. Geboren wurde Leo Picha am 12. Januar 1942 in Hoflenz im Sudetenland. Gemeinsam mit seiner Familie musste er fliehen und strandete schließlich in Frasdorf. Als sein Vater in Pfullendorf eine Arbeit gefunden hatte, gingen die Pichas nach Baden-Württemberg nahe dem Bodensee.

Leo Picha selbst ging in den Polizeidienst. Nach seiner Ausbildung wollte er eigentlich ins Voralpenland – doch sein Dienstherr hatte kein Einsehen und versetzte ihn Mitte der 1960er-Jahre nach Haar. Was für ein Glück für die Gemeinde. Auch wenn sein Polizeidienst dort bereits 1972 wieder beendet war – ab 1972 arbeitete er in Planegg, danach, bis zu seiner Pensionierung, als Kriminalhauptkommissar bei der Kripo in München: Picha blieb in Haar wohnen.

Leo Picha, unkompliziert und tief verwurzelt

Nein, mehr als das: Er lebte hier, schlug tiefe Wurzeln. Dank seiner unkomplizierten Art mischte er sich ganz unkompliziert unter die Menschen. Es war nicht so, dass Leo Picha die vielen Ehrenämter, die er mit seinem Engagement bis ins letzte Detail ausfüllte, gesucht hätte. Die freiwilligen Pflichten haben ihn förmlich gefunden. Kein Wunder: Leo Picha hatte ein sicheres Gespür: Er war immer zur Stelle, wenn es eine neue Aufgabe zu vergeben gab. So übernahm er 1976 den Vorsitz der Vereinsvorstände. Besser gesagt, Willy Träutlein hatte ihn kurzerhand dazu ernannt. Der damalige Haarer Bürgermeister hatte bereits das Potenzial Pichas erkannt. Von diesem Zeitpunkt an hat Leo Picha ungezählte Veranstaltungen organisiert – allein 30 Mal das Faschingstreiben und den Christkindlmarkt.

Seit 1972 saß er im Vorstand der Wanderfreunde und war Mitbegründer der Partnerschaft mit dem Ahrntal. Er hielt die bayerische Tradition hoch, gründete die Böllerschützen, gab dort das Kommando und war beim Maibaum-Aufstellen immer ganz vorne dabei. Der ausgewiesene Nachtmensch ging aber durchaus mit der Zeit. Über viele Jahre engagierte er sich etwa als Computer-Administrator im Haarer Seniorenclub. Zudem saß er 24 Jahre, von 1984 bis 2008, für die CSU im Gemeinderat.

Einer vom alten Schlag

Vor Verantwortung hat sich Leo Picha ohnehin nie gedrückt. Die Gemeinde Haar würdigte sein Wirken mit der goldenen Ehrennadel im Jahr 2013. „Leo Picha war einer „vom alten Schlag“. Tatkräftig, ohne viel zu diskutieren. Immer da, wenn man ihn brauchte. Und trotzdem mit einer festen Überzeugung, die er hin und wieder auch vehementer vertrat. Verbissen war er dabei nie. „Er hatte das Herz am rechten Fleck“, würdigt Haars Bürgermeisterin Gabriele Müller (SPD) den Verstorbenen.

Er starb wenige Stunden nachdem am Haarer Kirchenplatz das bunte Faschings-treiben zu Ende gegangen war. Jäh abgebrochen wegen Platzregen, Blitz und Donner. Eines der Feste, das es ohne Leo Picha gar nicht geben würde.

Der Gottesdienst für Leo Picha findet am Dienstag, 7. März, um 9 Uhr in St. Konrad statt. Die Trauerfeier zur Feuerbestattung folgt um 10 Uhr am Waldfriedhof in Haar.

mm

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