Teilweise verhüllt – so soll das Haarer Rathaus während des „Zamma“-Festivals aussehen. Eine Idee des Vereins „hand in hand“. Bert BroschTeilweise verhüllt – so soll das Haarer Rathaus während des „Zamma“-Festivals aussehen. Eine Idee des Vereins „hand in hand“. 

Hier hilft ein Talent dem anderen

Hilfe im Tausch, so funktioniert der Haarer Verein „hand in hand“. Es gibt ihn jetzt seit fünf Jahren.

Haar – „Ich habe mir einen Schrank gekauft, doch aufbauen konnte ich den alleine nicht. Das hat der Jakob für mich übernommen“, erzählt Maria. Ihre Sitznachbarin sagt, dass Martin ihren Keller, der randvoll stand mit Gerümpel, tipptopp aufgeräumt hat. Als Gegenleistung schnitt sie die Büsche in Martins Garten. Alle drei sind Mitglieder im gemeinnützigen Verein „hand in hand“. Vor fünf Jahren bei Null gestartet, zählt der Haarer Verein heute 179 Mitglieder. Sie alle helfen sich gegenseitig – jeder mit dem, was er gut kann.

Die Vereinsvorsitzende Dagmar Richter erinnert sich an die Anfangszeit. „Wir waren zu viert und wollten anderen mit unseren Talenten helfen. Aber wir hatten kein Geld, keinen Raum und auch keine Ahnung, wie das genau funktionieren könnte.“

„Nach einigen Fläschchen Prosecco“, sagt Gabriele Müller, die heute Bürgermeisterin (SPD) in Haar ist, hatten sie den Namen „hand in hand“ gefunden. „Von Anfang an wollten wir ohne Bezahlung Freunden und Nachbarn, aber eben auch Fremden die Hand geben und helfen bei Dingen des Alltags, die sie nicht oder nicht mehr alleine tun können“, sagt Müller. „Wir sind vom ersten Tag an rausgegangen in den Ort und lesen, singen, basteln oder hören zu im Altenheim Maria-Stadler-Haus, in den Grundschulen, im Kindergarten, in der Mittelschule oder beim Repair Café. Darum sind wir so erfolgreich und feiern unseren fünften Geburtstag“, sagt Richter.

Den fehlenden Raum hatte damals schnell die Gemeinde kostenfrei zur Verfügung gestellt. Seither ist der Verein jedes Jahr im Schnitt um 30 bis 40 Mitglieder gewachsen. Auf dem Konto hat man ein kleines Sümmchen angespart, das bei der jüngsten Jahreshauptversammlung durch eine 1000-Euro-Spende der Bürgerstiftung Haar unter großem Jubel aufgestockt wurde. „Dieser Verein ist so toll und wichtig für Haar, da geben wir gerne einen Zuschuss“, begründete der Bürgerstiftung-Vorsitzende Jürgen Partenheimer die Vergabe. Er ist selbst Mitglied im Verein.

Für das laufende Jahr hat der Verein zahlreiche Pläne: Man möchte einen regelmäßigen Chor auf die Beine stellen, beteiligt sich mit einem Stand an der Künstlermeile im Juli und am Weihnachtsmarkt im Dezember. Ein spezielles Seniorenprojekt wird gestartet, laut Richter gibt es hier am meisten Bedarf: Vorlesen, Singen, Spielen, Basteln, aber auch Spaziergänge oder Museumsbesuche werden von vielen Senioren stark nachgefragt.

„Wir planen auch zwei bis drei ,Blaue Montage’ mit Literaturprojekten im Kleinen Theater, wir feiern unseren fünften Geburtstag am 5. August – und beteiligen uns natürlich beim großen „Zamma“-Festival“, sagt Schriftführerin Eva Genseleitner. Dabei werden sie, gemeinsam mit dem Künstlerkreis Haar, das Haarer Rathaus zum Teil mit großen Stoffbahnen verhüllen. „Diese werden alle mit Handabdrücken bedruckt, so kann jeder Bürger zeigen: Wir alle sind ein Teil von Haar.“  bb

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