Hightech-Unternehmen „Attocube Systems“ zieht nach Haar

Haar - Das Münchner Unternehmen „attocube systems ag" möchte auf dem sogenannten „Haarer Dreieck", dem Grundstück direkt an der S-Bahn, neben dem Softball-Platz der Haar Disciples, seine neue Zentrale bauen.

Geschäftsführer Dr. Dirk Haft und Architekt Stefan Sinning präsentierten im Gemeinderat Unternehmen und Baupläne. So überzeugend, dass Bürgermeisterin Gabriele Müller (SPD) das Fazit zog: „Sie haben mit ihrer Präsentation den Haarer Gemeinderat im Sturm genommen. Wir freuen uns auf ein so engagiertes und innovatives Unternehmen.“ Allerdings sei die Fläche zwischen Eglfinger Weg und Marieluise-Fleißer-Weg noch als Sport- und Freizeitfläche ausgewiesen. das macht eine Änderung des Flächennutzungsplans und einen Bebauungsplan nötig. Dem folgte der Gemeinderat einstimmig.

Gegründet wurde „attocube“ 2001, seit 2008 gehört es zur Wittenstein AG. Einem „unheimlich innovativen Hersteller von speziellen Antrieben und Getrieben“, sagte Dirk Haft. Sein eigenes Unternehmen „attocube“ hat heute 85 Mitarbeiter und einen Umsatz von über 16 Millionen Euro. Für 2016 strebt er 18 Millionen an. „Wir haben uns der Nano-Technologie verschrieben. Die Welt der Moleküle und Atome, die können wir mit unseren Nanoskopen und Werkzeugen nicht nur beobachten, sondern untersuchen und bearbeiten.“ Eingesetzt wird die Technologie beispielsweise bei der Entwicklung neuer Speichermedien, in der Halbleiterindustrie, in Raumfahrt und Medizintechnik.

In der Münchner Königinstraße ist es „attocube“ zu eng. „Daher suchen wir seit zwei Jahren intensiv einen neuen Standort und haben über 40 Grundstücke untersucht. Das in Haar ist zwar mit seiner Dreiecks-Form schon speziell geschnitten, würde aber gut passen, vor allem durch die direkte Anbindung an die S-Bahn für unsere Mitarbeiter“, sagte Haft. Sein Unternehmen habe weltweite Kunden in allen Industrieländern und wolle deutlich weiter wachsen. Man plane daher in Haar ein Gebäude für 300 Mitarbeiter, gebaut vom Mutterunternehmen Wittenstein AG, in das die „attocube systems“ ebenso wie andere Unternehmen als Mieter einzieht.

Architekt Stefan Sinnig erläuterte die Pläne. Zwischen Produktion und Verwaltung werden die Forschung und Entwicklung angesiedelt. „So wie attocube mit seiner Technologie Unsichtbares sichtbar macht, so wird auch die neue Firmenzentrale ein transparentes, offenes Gebäude sein, das den familiären Charakteren von Wittenstein und attocube entspricht.“ Auf dem 5900 Quadratmeter großen Grundstück soll ein langgezogenes, auf einer Seite offenes Dreieck mit sehr viel Glasfassade entstehen. Auf einer Grundfläche von 4700 Quadratmetern werden rund 6500 Quadratmeter Arbeitsflächen entstehen, dazu 50 Tiefgaragen-Plätze. „Die herrliche Allee am Fußweg zur S-Bahn wollen wir erhalten, wir werden ein Geschoss weniger als die Nachbargebäude bauen, doch da produktionsbedingt hohe Räume notwendig sind, wird das Haus so hoch wie die Umgebung“, führte der Architekt aus.

Auf Nachfrage von Dieter Liebold (CSU) ergänzte Geschäftsführer Haft, dass man in Haar langfristig plane. „Wir haben ja mit unseren 180 Mitarbeitern in drei Jahren, wenn es fertig sein wird, viel Luft nach oben, denn insgesamt wird das Haus für 300 Menschen gebaut. Sollten wir tatsächlich so rasant weiter wachsen, dann stehen in der Umgebung leere Gebäude, und direkt angrenzend ist der Baseball-Platz, da weiß keiner, ob der in zehn, 15 Jahren noch benötigt wird.“ Sein Unternehmen sei keine Fabrik, eher eine Manufaktur, ohne schwere Maschinen, aber mit viel High-Tech.

Alle Fraktionen bedankten sich für die Präsentation. „Wir waren schon sehr gespannt, wer sich uns da vorstellen wird - für die SPD kann ich nur sagen, dass wir uns sehr auf Sie freuen!“, sagte Alexander Zill (SPD). Auch Liebold wünschte im Namen der CSU-Fraktion, dass das Unternehmen attocube in Haar „Fuß fassen und sich langfristig ansiedeln“ werd“. Mike Seckinger (Grüne) begrüßte die vorausschauende Planung. bb

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