Hilferuf aus Katastrophengebiet

- Haar - Ein Hilferuf per Mail aus den Katastrophengebieten in Indien hat gestern die Pfarrei St. Konrad Haar erreicht. Jesuitenpater Michael Windey, dessen Aktion "Ein Dorf für Indien" die Pfarrei seit 20 Jahren unterstüzt, ist der Flutwelle mit knapper Not entkommen und fleht um Hilfe für die Opfer.<BR>

<P>Beim Gottesdienst sind der Pater und seine Gemeinde im Küstenort Sagarsangam von der Flutwelle überrascht worden. Taubstumme Kinder hätten die heranbrausenden Wassermengen zuerst gesehen - weil sie die Predigt nicht hören können und deshalb öfter beim Fenster hinausschauen. "Die Kirche lehrte sich mit einem Aufschrei des Entsetzens, erzitterte von der Furcht der Menschen", schreibt der Pater. Das Wasser habe das Meditationszentrum erreicht. Bei einer weiteren Welle seien drei Kinder durch einen Kanal weggespült worden. "Wir beten", mailt der Geistliche. "Für die zehntausenden Toten im Indischen Ozean." Mit Freiwilligen kümmert er sich um Menschen, die alles verloren haben. Die indische Hilfsorganisation VOR, der Pater Windey angehört, hilft seit 35 Jahren bei Flutkatastrophen und unterstützt die Bevölkerung auch beim Wiederaufbau ihrer Dörfer.<P>Per Rundmail hat sich der Jesuit an alle Unterstützer seines Hilfsprojekts gewandt. So hat sein Hilferuf auch Theresa Heil von der Pfarrei St. Konrad und die Gemeinde Haar erreicht. "Ich habe sofort an den Pater in Indien und seine Schützlinge gedacht, als ich von der Katastrophe gehört habe", sagt Theresa Heil. Erst vor zwei Monaten war der Pater in Haar zu Gast, zur Feier der 20-jährigen Zusammenarbeit. Theresa Heil ist erleichtert, dass der Pater unbeschadet ist. Mit seiner jahrzehntelangen Erfahrung sei er jetzt beim Wiederaufbau unersetzlich.<P>Die Gemeinde Haar hatte bereits vor der Katastrophe in Südasien dazu aufgerufen, statt eigene Raketen und Böller zu kaufen lieber zu spenden und sich das Feuerwerk im Sportpark Eglfing anzuschauen (wir berichteten). Die Gemeinde hat für die "Silvesterspende" ein Konto eingerichtet, bei der Kreissparkasse Haar, Kontonummer 080 320 021 (BLZ 702 501 50). Spenden, die nach Indien fließen sollen, mit dem Vermerk "Seebeben-Opfer" kennzeichnen. Viele Bewohner haben alles verloren. Jetzt drohen Seuchen. Dringend wird Geld für die Aufräumarbeiten und die Wiederherstellung der Trinkwasserversorgung gebraucht. Ab 100 Euro werden Spendenquittungen ausgestellt,. bis zu diesem Betrag gilt der Überweisungsbeleg zur Vorlage beim Finanzamt.gü<P>

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