Eine Pracht in Weiß und Gold: Nach der Restaurierung der Klosterkirche Schäftlarn ist das Gotteshaus gestern mit einem feierlichen Gottesdienst eingeweiht worden. Foto: Rychly

Der Himmel auf Erden

Schäftlarn - Mit einem feierlichen Gottesdienst ist die renovierte Klosterkirche eingeweiht worden.

Erzbischof Reinhard Marx war verhindert, deshalb vertrat ihn Weihbischof Wolfgang Bischof. „Wir sollten dankbar sein für dieses Haus, das uns ermöglicht, als lebendige Steine der Kirche zusammenzukommen“, sagte Bischof in der in strahlendem Weiß und Gold leuchtenden Rokokokirche. Die Baumeister dieser Epoche hätten den Himmel für die Menschen spürbar machen wollen.

Vor Beginn des Gottesdienstes hatten viele Besucher aufgeblickt, um die feinen Goldarbeiten und den erneuerten Stuck zu bewundern und zu genießen. „Einfach schön ist das geworden“, sagte eine ältere Dame, die den goldumrahmten Altar betrachtet. Kaum zu glauben, dass noch vor wenigen Monaten das gesamte Kirchenschiff samt Altar und Altarbild von Gerüsten und Abdeckungen überdeckt wurde.

Nachdem die ersten Stuckkrümel im Jahr 2000 heruntergerieselt waren, nahm das Projekt der Restaurierung konkrete Formen an. Die Klosterkirche ist über 250 Jahre alt. „Das Bemerkenswerte ist, dass die Kirche zum ersten Mal seit ewigen Zeiten wieder im Originalzustand ist“, erklärte Stefan Günzel von der Klosterverwaltung. Die im Laufe der Zeit durchgeführten Restaurierungen hätten aufgrund falscher Annahmen nicht die Originalfarben verwendet. Die nun sichtbaren Stuckvergoldungen konnten als historisch korrekt nachgewiesen werden.

Die geschätzten Kosten beliefen sich nach seinen Angaben auf 6,5 Millionen Euro. Davon habe das Kloster zwischen 1,7 bis 1,9 Millionen Euro zu leisten. Schließlich sind die Benediktiner Besitzer des historischen Bauwerkes. Der Freistaat Bayern als Eigentümer stemmt die Hauptlast. Doch das war an diesem Sonntag für Abt Höhensteiger alles vergessen: „Uns ist nicht der Himmel auf den Kopf gefallen, sondern er hat sich uns neu aufgetan.“ (sb)

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Das verrät das Tagebuch der Angeklagten
Angst, Panik, Angst. Diese Gefühle stehen angeblich immer wieder im Mittelpunkt bei Gabriele P. (32), die Ende 2008 ihren damaligen Freund Sebastian H. (27) getötet und …
Das verrät das Tagebuch der Angeklagten
Seniorenhilfe als Genossenschaftsmodell
„Hand in Hand“ nennt sich die Mehrgenerationengenossenschaft, die die freien Wohlfahrtsverbände im Landkreis München vor eineinhalb Jahren gegründet haben. Nun will man …
Seniorenhilfe als Genossenschaftsmodell
Taufkirchner rettet Frauen vor Grapscher
Zivilcourage ist wichtig. Das zeigte jetzt auch wieder ein Taufkirchner, der Frauen vor einem Grapscher rettete. Er selbst wurde dabei auch in Mitleidenschaft gezogen.
Taufkirchner rettet Frauen vor Grapscher
Die Alltagshelden des FC Deisenhofen III
Die dritte Mannschaft des FC Deisenhofen spielt nicht nur mit viel Herzblut Fußball, sondern unterstützt auch die DKMS (Deutsche Knochenmarkspende).
Die Alltagshelden des FC Deisenhofen III

Was denken Sie über diesen Artikel?

Kommentare