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Historische Kutschen in Oberschleißheim zu bewundern

Oberschleißheim – Tausende Besucher strömten zur historischen Jagd- und Kutschengala im Schleißheimer Schlosspark.

Gute Reiter gibt es viele, aber wie gut es mit der Reiterei wirklich klappt, zeigt sich, wenn die Reiterin im Damensattel sitzt und mitsamt Sektglas in der Hand eine gute Figur macht – ohne einen Schluck zu verschütten. Bei der historischen Jagd- und Kutschengala im Schleißheimer Schlosspark ist diese Disziplin seit sieben Jahren unverzichtbar. Zudem wurden Kutschen vorgeführt und prämiert, jagten Reiter und Hundemeute durch die Alleen, Friesen und Lusitano beeindruckten mit Quadrillen und die Kavallerie war hoch zu Ross präsent.

Tausende Besucher strömten heuer wieder zu diesem Spektakel vor malerischer Kulisse zwischen Neuem Schloss und Schloss Lustheim. Jeans, Anzüge und Sommerkleider bildeten einen modernen Kontrast zu den barocken Kostümen der Freunde von Schleißheim, die an den Wasserfontänen und den Blumenrabatten entlang flanierten – hin zu den Schloss-Arkaden, wo es sich heuer erstmals die Sponsoren und Ehrengäste in ihrem eigenen Bereich – sozusagen im Separée – bequem machen durften: Sogar die Direktorin der kaiserlichen Wagenburg Wien gab sich die Ehre. Doch das anfangs gut gefüllte Separée leerte sich am Nachmittag flugs, denn die Ehrengäste lustwandelten von einem Höhepunkt zum anderen und dabei war die Schleppjagd besonders attraktiv. Rainer Wiedemann und seine rotbefrackten Jäger fegten auf ihren Pferden im gestreckten Galopp über Hindernisse hinweg – der Foxhound-Meute hinterher, die nicht etwa einen echten Fuchs, sondern eine Attrappe jagte. Ein toter Fuchs indes lag auf einer Kutsche und Zweifel, ob der Pelz spazierengefahren werden kann, räumte Moderator Toni Bauer pragmatisch aus: „Die Besucher essen alle Schnitzel, dann können sie auch einen toten Fuchs sehen.“

Historische Stimmung im Schleißheimer Schlosspark

Historische Stimmung im Schleißheimer Schlosspark

Ohne Pelz kam Bürgermeister Christian Kuchlbauer aus, der mit seiner Gattin in einer Kutsche chauffiert wurde, die von 1859 bis 1937 in der Kreutzfeld-Wagenmanufaktur gebaut wurde. Sein Fazit als Passagier: „Was kann es Schöneres geben, als hier zu sitzen zwischen den hübschen Schlössern.“ Er ermunterte die Teilnehmer aus Bayern, Österreich und der Schweiz sowie die Besucher und Veranstalter (Bayerischer Reit- und Fahrverband, Schleppjagdverein von Bayern, Fahrkultur und -sport im Pfaffenwinkel): „Kommt’s wieder nach Oberschleißheim“. Was für Toni Bauer klar war, denn „der Bürgermeister braucht uns für seinen Park“. 23 Ein- und Mehrspänner waren zu bewundern. Ob schicke Vis-a-Vis, feine Stadtkutsche, bequeme Landkutsche oder schmucke Postkutschen – die Wagen und Kutscher sammelten Punkte beim Hindernisparcours, mit originalgetreuem Bau und mit den Insassen in Kostümen von anno dazumal. Und mittendrin: Die Kavallerie in historischen Kostümen. Nach einem zweistündigen Einsatz sahen die Pferde so richtig fit aus: Munter und ohne Schweiß- oder Schaumtröpfchen standen sie schon wieder in den Startlöchern - im Gegensatz zu den Reitern mit schweißglänzender Stirn und jeder Menge Schaumtropfen im Bierglas. Naja, die Pause war den Reitersoldaten vergönnt, denn die historische Jagd- und Kutschengala unter der Schirmherrschaft von Minister Markus Söder pflegte auch heuer eine gute Tradition: Schönes Wetter und Sonnenschein.

mf

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