Anlässlich seines 60. Geburtstags referierte SPD-Gemeinderat Odilo Helmerich über die letzte Reichtagsrede von Otto Wels. foto: jürgen bollig

Historischer Vortrag zum 60. Geburtstag

Pullach - Anlässlich seines 60. Geburtstags sprach der Pullacher SPD-Gemeinderat Odilo Helmerich über die berühmte letzte Reichtagsrede von Otto Wels.

SPD-Gemeinderat Odilo Helmerich feierte Geburtstag und lud zu einem Vortrag über die Zeit von 1929 bis 1949 ins Pullacher Bürgerhaus ein. Einleitend erklärte er die Veranstaltung: „Es war ein Vorschlag des SPD-Ortsverbands zu meinem 60. Geburtstag etwas zu bieten. Da ich Historiker bin, stand schnell fest, dass ich über ein geschichtliches Thema reden werde.“

Vor rund 20 Gästen, darunter Parteifreunde, ehemaligen Schülerinnen und interessierte Bürger, referierte Helmerich über das Ende der Weimarer Republik, den Nationalsozialismus, den Widerstand und den Krieg. Das Thema behandelte Helmerich aus sozialdemokratischer Perspektive. Als beeindruckendes Zeugnis des frühen Protests zitierte er aus der letzten freien Reichtagsrede von Otto Wels am 23. März 1933. Darin bekräftigt der ehemalige SPD-Vorsitzende seine Ablehnung gegen die Ermächtigungsgesetze der Nationalsozialisten.

Helmerich betonte noch einmal die Ausnahmesituation, in der diese Sitzung stattfand: „Im Reichstags standen rechts und links Ordner in braunen Hemden und mit Hakenkreuz-Emblemen. Nur 94 Sozialdemokraten hatten gegen die Ermächtigungsgesetze gestimmt, andere waren schon auf der Flucht.“ Wels sah sich also einer Pro-Hitler-Masse gegenübergestellt, als er seine mutige Rede hielt. Die berühmten Worten „Freiheit und Leben kann man uns nehmen, die Ehre nicht“, muss Wels unter dem Gebrüll der Zuhörer verlesen haben. Und trotzdem hätten sie ihre Wirkung bis heute nicht verloren. „Es ist eine der bewegendsten Reden, die man sich vorstellen kann“, unterstrich Helmerich den frühen Widerstand gegen Hitler.

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