In den 60er-Jahren ein Vorzeigeprojekt: Die Wohnblöcke am Stutenanger. Foto: Michalek

In den Hochhäusern am Stutenanger: 441 Wohnungen werden saniert

Oberschleißheim - Die Sanierungsarbeiten Stutenanger in Oberschleißheim beginnen. Die Bossert-Immobilienverwaltung hat den Mietern der drei Hochhäuser in der Parksiedlung mitgeteilt, dass die Arbeiten voraussichtlich am Montag, 1. September, aufgenommen werden. Betroffen sind 441 Wohnungen.

Wie die Bossert KG in dem an die Mieter der Wohnanlage Am Stutenanger 6, 8 und 10 gerichteten Schreiben betont, sollen zunächst die leer stehenden Wohnungen hergerichtet werden. „Abbruch- und Entkernungsarbeiten“ fänden im Rahmen der bereits im Februar während der Mieterversammlung angekündigten Vorgehensweise statt (wir berichteten). Der „avisierte zeitliche Rahmen“ für die Maßnahmen betrage in etwa zwei Monate. Über später für den Baufortschritt notwendige Arbeiten sollen die Mieter über die Schaukästen in den Häusern informiert werden.

Bossert kündigte an, dass im Verlauf der Baumaßnahmen mit Einschränkungen der Wohnqualität zu rechnen sei. Die Mieter müssten sich auf Lärm und Staub einstellen. Zugleich bittet das Unternehmen um Verständnis für die Beeinträchtigungen. Die beauftragten Firmen seien angehalten, die Arbeiten während der üblichen Arbeitszeiten und ausschließlich an Werktagen „mit Vorsicht und Rücksichtnahme“ durchzuführen. Das Schreiben schließt mit der Bitte, „unsere Bemühungen für die Erhaltung und Verschönerung der Wohnsubstanz“ mit Toleranz zu würdigen.

Bossert war maßgeblich am Verkauf der 441 Wohnungen, 17 gewerblichen Einheiten und 437 Tiefgaragenplätze Anfang des Jahres beteiligt. Die drei Hochhäuser waren in den sechziger Jahren als Vorzeigeprojekte gebaut worden und verfügen über 21 500 Quadratmeter Wohn- und Nutzfläche. Bei den Wohnungen handelt es sich überwiegend um Ein- und Zweizimmerappartements.

Gerade das im Stutenanger 6 ansässige Quartiersmanagement für das Projekt „Soziale Stadt“, das als Anlaufstelle für Sorgen und Ängste der Mieter gedient hatte, reagierte mit Erleichterung auf das Konzept des neuen Eigentümers. „JP Oberschleißheim“ mit Sitz in Gräfelfing, ein Unternehmen von Jargonnant Partners aus Luxemburg, garantierte die Einhaltung der für die drei Häuser aufgestellten Sozialcharta, was Quartiersmanagerin Marga Mitterhuber ausdrücklich begrüßte: Keine Luxussanierung, zehn Jahre Kündigungssperrfrist, keine Kündigung wegen Eigenbedarf oder Spekulation, Senioren ab 60 Jahren und Behinderte sind durch einen besonderen Kündigungsschutz abgesichert. Ob Mieter später in leer stehende, dann sanierte Wohnungen umquartiert werden, um ihre Wohnungen herzurichten, wie seinerzeit gemutmaßt, steht noch nicht fest. Von Bossert war niemand zu erreichen. Hausmeister Robert Nebel ist über Sanierungspläne im Detail nicht informiert, wie er sagte. Die Eigentümer selbst hatten auf der Februarversammlung versprochen, dass Mieter weitgehend in ihren Wohnungen bleiben dürfen und nur in Ausnahmefällen, wenn Schmutz und Lärm überhand nähmen, vorübergehend umziehen müssten. an

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